Agentin klagt auf Provision :
Media-Markt-Deal mit Sascha Hehn Fall fürs Gericht

Vor dem Landgericht Traunstein streitet Sascha Hehn mit seiner Agentin um eine Provision für einen Werbevertrag mit Media-Markt.  

Text: W&V Redaktion

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Sascha Hehn im Werbespot von Media-Markt.
Sascha Hehn im Werbespot von Media-Markt.

Kommt er oder kommt er nicht? Diese Frage stellten sich am Dienstag etliche Prozessbeobachter am Landgericht Traunstein. Dort wurde um die Provision für einen Werbevertrag zwischen Media-Markt und dem Schauspieler Sascha Hehn ("Traumschiff") gestritten. Und tatsächlich erschien der 62-Jährige vor der Zivilkammer - obwohl er gar nicht hätte kommen müssen. Er sagte allerdings in der knapp einstündigen Verhandlung so gut wie nichts.

Im weißen Hemd, grauer Trachtenjacke und blauer Jeans betrat Hehn das Gericht in Begleitung seines Anwalts Stefan v. Moers erst kurz vor Sitzungsbeginn. Fotos lehnte er ebenso ab wie eine Stellungnahme. Es gebe Wichtigeres als diesen Prozess, meinte er. "Trump schickt gerade ein Atom-U-Boot nach Nordkorea." Darüber müsse berichtet werden.

Agentin fordert 25.000 Euro

In dem Verfahren klagt Hehns Ex-Agentin auf Zahlung von 25.000 Euro. Sie behauptet, im Herbst 2015 den Werbevertrag über eine sechsstellige Summe mit dem Unternehmen ausgehandelt zu haben. Der Schauspieler hält dagegen, er selbst habe den Deal abgeschlossen. Die Werbekampagne lief Anfang 2016 und bewarb den neuen Kundenclub von Media-Markt (Agentur: Zum roten Hirschen).

Sascha Hehn ist spätestens seit der in den 1980er Jahren ausgestrahlten ZDF-Serie "Schwarzwaldklinik" einem breiten Publikum bekannt. Darin spielte er den Arzt Udo Brinkmann, Filmsohn von Chefarzt Prof. Klaus Brinkmann, dargestellt von Klausjürgen Wussow. 2014 trat Hehn die Nachfolge von Siegfried Rauch als Kapitän Victor Burger in der ZDF-Reihe "Das Traumschiff" an.

Sowohl Hehns Lebensgefährtin als auch die Vertreterin einer TV-Firma, die für den Elektronikmarkt arbeitet, sagten als Zeuginnen aus, dass der 62-Jährige seine Ex-Agentin nicht ermächtigt habe, den Vertrag auszuhandeln. Sascha Hehn sei bei Telefonaten mit der Frau zunehmend verärgert gewesen. "Er war sauer, stinksauer", sagte Hehns Freundin, die während der Telefonate damals im Büro neben ihm saß.

Urteil am 11. Mai

Hehn sei fassungslos gewesen, als er erfahren habe, dass seine Ex-Agentin mit dem Elektronikmarkt verhandelte, ohne einen Auftrag dafür zu haben, gab seine Lebensgefährtin zu Protokoll. Als die Agentin in einem Telefonat 20 Prozent Gage für den Werbevertrag gefordert habe, sei Hehn laut geworden und habe aufgelegt.

Ein Geheimnis blieb der Betrag, den Sascha Hehn für den Werbespot erhielt. Weder die Vertreterin der TV-Firma noch der Anwalt des Schauspielers wollten die Summe nennen. Die Zeugin versicherte aber, dass es weniger als die mehrfach genannten 160.000 Euro gewesen seien. Die Prozessparteien verständigten sich nun darauf, dass der tatsächliche Betrag lediglich in einer sogenannten schriftlichen Einvernahme festgehalten wird. Nach knapp 60 Minuten war die Verhandlung zu Ende. Das Urteil wird am 11. Mai verkündet. (dpa/fs)


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