Wo geht es denn hin?

Wir werden Technik als Bestandteil des Markenkerns behalten. Diese Positionierung birgt aber die Gefahr, dass es sich am Ende zu sehr um ein konkretes Produkt dreht. Aber heute geht es nicht mehr so sehr um das Produkt als solches, sondern darum, wie man sich fühlt, wenn man das  Produkt benutzt. Was macht das mit mir und meinem Leben, wie kann es mein Leben verbessern und erleichtern, welche neuen Erfahrungen kann ich damit machen. Das wollen wir stärker in die Marke hineintragen. Weg von der reinen Produktbegeisterung, hin zum Erleben von neuen, spannenden Technologien wie etwa Virtual Reality, Augmented Reality oder Robotics. 

Bleibt das Testimonial Tech-Nick?

Wenn man ernsthaft über eine Weiterentwicklung des Markenbildes nachdenkt, muss man natürlich alles in Frage stellen. Für Saturn gibt es eine große Chance, noch ernsthafter und erwachsener zu sein. In den vergangenen Jahren haben wir uns ja schon verändert, sind in der Konsumentenansprache leiser und ruhiger geworden, sind wieder in den Markt gegangen und haben das Thema Technikkompetenz stark bespielt. Aber wir hatten in den Spots immer noch diese humoreske Note mit drin. Das war für eine gewisse Zeit gut und richtig. Aber ich glaube, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, in der Tonalität anders aufzutreten.

Rücken die beiden Marken durch Sie näher zusammen?

Es gab schon immer eine intensive Zusammenarbeit bei den Themen wie Infrastruktur oder Technologie. Aber: Die beiden Markenteams, die das Tagesgeschäft in Deutschland verantworten, sind nach wie vor zwei komplett getrennte Teams. Und das wird auch so bleiben. Sie sitzen in unterschiedlichen Räumlichkeiten und natürlich tauschen sie sie sich aus, um sich nicht gegenseitig Konkurrenz zu machen. Aber sie bleiben inhaltlich getrennt – ich bin da der Brückenschlag. Auch in Zukunft wollen wir den Wettbewerb beibehalten. Es geht nicht um Gleichmacherei.

Warum spielt die Zweimarkenstrategie so eine große Rolle? Nehmen die Konsumenten nicht einfach den Markt bei ihnen um die Ecke?

Die Kundenloyalität ist bei beiden Marken sehr hoch, das wissen wir aus regelmäßigen Customer-Audience-Studien. Der größte Anteil unserer Kunden sagt, dass sie nur bei Saturn oder bei MediaMarkt kaufen. Sicherlich spielt auch die räumliche Nähe eine Rolle, aber durch unsere starke Onlinepräsenz hat sich das inzwischen aufgeweicht. Die Leute können dort kaufen, wo sie kaufen möchten, und bekommen dann alles nach Hause geliefert.

Wie differenzieren sich die Zielgruppen?

Am stärksten unterscheiden sich die Zielgruppen darin, wie sie mit Technologie umgehen. Der typische Media-Markt-Kunde setzt sich eher weniger wochenlang mit Testberichten auseinander, bevor er kauft. Dafür ist ihm die Beratung im Markt sehr wichtig. Der Saturn-Kunde hingegen beschäftigt sich im Vorfeld stärker mit der Technologie und ist informierter. 

Beeinflusst das den Umgang der Mitarbeiter mit den Kunden in den Märkten?

Gerade das Kundenerlebnis in puncto Beratung und Service spielt eine immens große Rolle. Unter anderem arbeiten wir daher auch permanent an entsprechenden Schulungsprogrammen für die Mitarbeiter. Es ist sicherlich wichtig, den Menschen zu erzählen, wie wir sind und wie wir wahrgenommen werden wollen. Aber viel entscheidender ist dann das konkrete Erlebnis an den verschiedenen Touchpoints. Unsere Angebote wie Umtausch ohne Wenn und Aber, die Smartphone-Sofortreparatur oder der Lieferservice müssen künftig noch stärker in den kommunikativen Fokus. 

Wie Alexander Ewig den Spagat schafft, beide Unternehmen voneinander abzugrenzen, lesen Sie in der aktuellen W&V (Ausgabe 28). 


Autor:

Lena Herrmann
Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.


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