Mediaplus-Studie: Migranten sind die besseren Markenbotschafter

Von wegen Schnäppchenjäger: Bei Marken ihres Vertrauens sind Migranten die deutlich besseren Markenbotschafter als Nicht-Migranten. Das ist das Ergebnis einer Studie von Facit Digital im Auftrag von Mediaplus.

Text: Markus Weber

05. Jun. 2012

Bei Marken ihres Vertrauens sind Migranten die deutlich besseren Markenbotschafter als Nicht-Migranten. Das ist das Ergebnis einer Studie von Facit Digital im Auftrag von Mediaplus. Der Anteil derer, die stets auf der Suche nach Billigangeboten sind und Markenartikel gezielt zu Sonderpreisen kaufen, ist unter den Nicht-Migranten größer. "Das Qualitätsversprechen von Marken spielt gegenüber der Preissensibilität bei Migranten eine größere Rolle", resümiert Mirko Becker, Geschäftsleiter bei Mediaplus und Auftraggeber der Studie.

Auch die Konsumfreude unter den Migranten ist größer. So gab die Hälfte der befragten Migranten an, es mache ihnen "richtig Spaß, Geld auszugeben" und sie gäben häufig mehr Geld aus als sie zuvor geplant hatten. Als Migranten galten in der Studie all jene, die selbst oder deren Eltern im Ausland geboren wurden.

Die durchschnittliche Markenbekanntheit - untersucht wurden 52 "familienrelevante" Marken - ist bei Migranten zwar geringer als bei den Nicht-Migranten. Die Differenz beträgt im Schnitt sieben Prozentpunkte. Das hänge damit zusammen, dass "Migranten mit einem Portfolio von Marken aufwachsen, das sowohl aus Marken ihres Herkunftslandes als auch aus Marken der 'neuen Heimat' besteht", sagt Barbara Evans, Geschäftsleiterin Mediaplus Forschung.

Hinsichtlich der Weiterempfehlungsrate hatten hingegen in allen untersuchten Produktgruppen die Migranten die Nase vorn: "Migranten benötigen in stärkerem Maße Kaufimpulse als Nicht-Migranten. Sobald Migranten aber zu Kunden werden, stellen sie überzeugte Botschafter und Multiplikatoren für Marken dar", folgert Becker.

Im Rahmen der Studie wurden insgesamt 1.000 Eltern von Kindern im Alter von bis zu 18 Jahren befragt. Eine Hälfte der Befragten waren Nicht-Migranten, die andere Hälfte zu je 50 Prozent Migranten mit und ohne eigene Migrationserfahrung. Grundvoraussetzung für die Teilnahme an der online durchgeführten Befragung waren mindestens gute Deutschkenntnisse.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



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