Damit werden Unternehmensmeldungen und Markenbotschaften mit authentischen Verbrauchergeschichten wild gemischt. Man darf gespannt sein, ob das bei den Kunden für Klarheit und Vertrauen oder für Verwirrung und einen der heutzutage schnell ausbrechenden Shitstorms sorgt. "Was Why VW von anderen Story-Portalen abhebt", sagt Mayer, "ist die Vereinigung unserer Inhalte mit den echten Erfahrungen der Fahrer und Fans. Wenn also jemand mehr über Volkswagen oder ein spezielles Modell erfahren will, wird er relevante Kundengeschichten neben unseren Informationen finden."

Spannend ist das Experiment auf jeden Fall, betont es doch, dass es dem Konzern mit der Absicht, die Marke zum Erlebnis zu machen, ernst ist. Und dass auch die Agentur Deutsch ihren Anspruch, dass Online mehr ist als bloß eine Markenwebseite zu haben - und dass es gilt, in die Sozialen Netze hineinzuwachsen, konsequent verfolgt. Volkswagen prüft derzeit, ob die Social-Media-Kampagne auch in Deutschland oder anderen europäischen Ländern eingesetzt wird.

In dem 30-Sekünder "Smiles", der den Kampagnenauftakt markiert, steckt mehr als nur viel Zwischenmenschliches. In den USA hat VW die Ausstrahlung des lebensbejahenden, fröhlichen und schlichten Films genau ausgerichtet auf die politischen Sendungen, die im Vorfeld des 5. November im US-Fernsehen laufen. Dann wählen die Amerikaner ihren Präsidenten. "Smiles" soll mit seiner Unbeschwertheit den ernsten Ton der Wahlberichterstattung auflockern. Das Video sei der kreative Ausdruck von Freude und positiver Stimmung, die die Marke seit Jahrzehnten präge, sagt Kevin Mayer. "Wir hatten ein großartiges Jahr 2012 und die Kampagne feiert die Begeisterung der Kunden für die Marke, die unserer Meinung nach weiterhin Käufer überzeugt."



Susanne Herrmann
Autor: Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.