Daimler AG :
Mercedes distanziert sich von Werbung auf Breitbart

Nachdem Mitte der Woche bekannt wurde, dass auf der umstrittenen News-Website Breitbart.com auch Mercedes-Werbung platziert wurde, gehen Unternehmen und Agentur jetzt auf Distanz und wollen ab sofort Mercedes-Werbung auf der Plattform ausschließen.

Text: W&V Redaktion

Mercedes-Benz will Werbung auf Breitbart künftig ausschließen (im Bild eine Mercedes-Studie auf der CES Las Vegas)
Mercedes-Benz will Werbung auf Breitbart künftig ausschließen (im Bild eine Mercedes-Studie auf der CES Las Vegas)

Nachdem Mitte der Woche durch einen Schweizer Medienbericht bekannt wurde, dass auf der umstrittenen US-News-Website Breitbart.com unter anderem auch Werbung der Mercedes-Benz Schweiz AG platziert wurde, gehen Unternehmen und Agentur nun auf Distanz und wollen Mercedes-Werbung auf Breitbart künftig ausschließen.

Angestoßen wurde das Ganze durch einen Bericht in der Schweizer "Handelszeitung". Dem Bericht zu Folge wurde Breitbart von Mercedes Schweiz mittlerweile auf eine Blacklist gesetzt, damit künftig keine Werbemittel mehr über das Google Display Network auf der als rechtspopulistisch eingestuften Seite landen.

Darauf angesprochen, ob das für die Marke Mercedes-Benz generell, also auch international gilt, heißt es nun von der Daimler AG in Stuttgart:

"Daimler distanziert sich generell von allen Formen der Diskriminierung und Extremismus. In den Media-Vereinbarungen von Mercedes-Benz, die unsere Märkte ebenso wie unsere Media-Agenturen betrifft, ist grundsätzlich ein Ausschluss von Plattformen und Kanälen enthalten, die nach unserer Wertung nicht mit unseren Grundsätzen vereinbar sind. Dazu gehören unter anderem Plattformen mit extremistischen bzw. politisch polarisierenden, diskriminierenden, sexistischen oder kriminellen Inhalten. Generell wird dabei mit Blacklists und Filtertools gearbeitet, über die entsprechende Inhalte für die Auslieferung ausgeschlossen werden sollen."

Bei der für Daimler zuständigen Mediaagentur Fuel@Vivaki (Publicis Media) hat W&V Online ebenfalls nachgefragt. Auch von Agenturseite heißt es:

"Wir distanzieren uns klar von jeglicher Form von Extremismus. Sowohl unsere eigenen Buchungsbedingungen als auch die der Vermarkter, mit denen wir zusammenarbeiten, schließen grundsätzlich Werbeschaltungen auf Seiten mit rechtsradikalen oder Hetz-Inhalten aus. Um fehlerhafte Platzierungen zu verhindern, fordern wir von Vermarktern und  Publishern, alle technologischen Möglichkeiten zu nutzen, um eine einwandfreie Aussteuerung der Kampagnen im Sinne der Werbungtreibenden und Agenturen zu gewährleisten. Wir prüfen nun, warum dies im aktuellen Fall in der Schweiz nicht geschehen ist und wie sichergestellt werden kann, dass sich dies nicht wiederholt."

Erst im Dezember war die Agentur Scholz & Friends Opfer eines Shitstorms geworden, nachdem der (damalige) S&F-Stratege Gerald Hensel privat über den Hashtag #KeinGeldfürRechts Marken und Mediaagenturen dazu aufgerufen hatte, keine Werbung auf Breitbart und anderen rechtspopulistischen Plattformen zu schalten.


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