Zwar liegt der Autohersteller Toyota knapp davor (Rang sieben, 56,2 Mrd. Dollar) - aber zumindest die einheimischen Konkurrenten hielt Mercedes-Benz auf Abstand, obwohl auch sie Wachstum aufweisen: BMW belegte im Interbrand-Ranking Platz elf mit 41,4 Milliarden Dollar Markenwert (plus 1 Prozent), die Marken aus dem Volkswagen-Konzern tauchen erst ab Platz 40 auf: VW liegt mit  plus 76 Prozent bei knapp 13 Milliarden Dollar (Platz 40), Audi weist ein Plus von 4 Prozent auf und belegt Platz 42 (12,7 Milliarden Dollar).

SAP verzeichnet ein Plus von 10 Prozent, die Allianz legt um 12 Prozent zu, Adidas steigert den Markenwert um 11 Prozent und Siemens sowie DHL um 1 beziehungsweise 2 Prozent.

Die deutschen Marken im Ranking von Interbrand.

Die deutschen Marken im Ranking von Interbrand.

Die größten Verlierer im Ranking waren - neben Facebook - General Electric (minus 22 Prozent) und Gilette (minus 18 Prozent). Doch auch Huawei und Canon verloren an Wert.

Die stärksten Zuwächse verbuchten Mastercard, Salesforce, Amazon, Gucci und Starbucks. Sie legten im Jahresvergleich um jeweils 25 Prozent zu. Der Wert der fünf Marken zusammen summiert sich auf 2,1 Billionen Dollar.

Erstmals einen Platz in den Top 100 ergatterten Uber (Rang 87) und Linkedin (Rang 98). Dell kehrte nach seinem Abstieg 2013 auf Rang 63 zurück. Die wertvollsten Branchen waren Luxus, Medien, Finanzdienstleistungen, Technologie und Sportartikel. 

"Jahrzehntelang ging es beim Aufbau einer Marke nur um die Positionierung. Doch das Zeitalter der Markenpositionierung ist vorbei", sagt Charles Trevail, Global CEO von Interbrand. "In einer Welt, in der sich Kundenerwartungen schneller entwickeln als Unternehmen, können Marken nicht länger getrennt von Unternehmen betrachtet werden." Sie würden heute danach beurteilt, was sie tun und nicht nur danach, was sie sagen, fügt Simon Thun, CEO von Interbrand Central & Eastern Europe, hinzu. Das gelte vor allem für den für Deutschland so wichtigen Automobil-Sektor. "Die Automobilindustrie steht vor den größten und schwierigsten Herausforderungen". so Thun. "Die Branche benötigt einen mutigen Schritt von einer oder mehreren der großen Marken aus dem Automobil- oder vielleicht sogar aus dem Technologie-Sektor, um den Erwartungen der Kunden zu entsprechen und die Zukunft der Branche neu zu gestalten." (dz/sh)


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W&V Redaktion
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