Markenstrategie :
Merck verjüngt Corporate Design und Logo

Der Pharma- und Chemieriese Merck konzentriert sich stärker auf Technologien und überarbeitet deshalb seinen Markenauftritt. Das neue Corporate Design und das neue Logo wirken nun deutlich verjüngt. 

Text: Frauke Schobelt

15. Oct. 2015 - 9 Kommentare

Der Pharma- und Chemieriese Merck hat seinen Markenauftritt gründlich überarbeitet. Das neue Corporate Design und das neue Logo sollen den Wandel des Konzerns "zum Wissenschafts- und Technologieunternehmen" unterstreichen. Außerhalb der USA und Kanada tritt das Unternehmen künftig einheitlich als Merck auf.

"Merck hat sich in den vergangenen zehn Jahren fundamental verändert", sagt Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO. "Wir haben uns vom klassischen Pharma- und Chemieanbieter in ein globales Technologieunternehmen entwickelt." Das Unternehmen produziert und forscht heute in den Bereichen Healthcare, Biotechnologie (Life Science) sowie Hightech-Materialien. "Unsere runderneuerte Marke soll diese neue Ausrichtung gegenüber unseren Kunden, Partnern und Bewerbern dokumentieren. Wir wollen einheitlich und weithin sichtbar als Merck zu erkennen sein und so unseren bewährten Markennamen stärken. Dazu haben wir bewusst alte Zöpfe abgeschnitten und setzen künftig auf einen jungen und aufmerksamkeitsstarken Auftritt", so Kley.

Bei der Umsetzung wurde Merck von der Markenberatung FutureBrand unterstützt, die unter anderem für Bentley und Nespresso arbeitet und die Olympischen Spiele 2012 in London betreut hat.

Als Inspiration für das neue Corporate Design diente die bunte und formenreiche Welt unter einem Mikroskop. Die naturwissenschaftliche Anmutung soll auch das neue Firmenlogo widerspiegeln, das prägnanter und weniger kleinteilig ist als das alte Logo und in verschiedenen Farben erscheinen kann. "Eine umfassende externe und interne Analyse hatte gezeigt, dass wir unseren Marktauftritt deutlich emotionalisieren mussten, um im Markt und von Bewerbern als lebendiges Technologieunternehmen wahrgenommen zu werden", sagt Walter Huber, Leiter der Konzernkommunikation.

Die Investition in die Marke Merck ist Teil des strategischen Wachstumsprogramms "Fit für 2018", mit dem sich das Unternehmen künftig stärker auf technologiegetriebene Geschäfte konzentrieren will. Dazu gehört auch die Umgestaltung der Konzernzentrale in Darmstadt. Die Kommunikation soll verständlicher werden und Stolz auf die lange Firmentradition und den Forscherdrang vermitteln, so der Konzern. Gegründet 1668 ist Merck nach eigenen Angaben das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt. "Wir kehren zu der Marke zurück, unter der wir seit fast 350 Jahren bekannt sind: Merck", sagt Kley.

Mit der Einführung des neuen Markenauftritts werden die bislang eigenständigen Spartenmarken Merck Serono und Merck Millipore abgeschafft, die künftig als Biopharma-Geschäft beziehungsweise Life-Science-Geschäft von Merck auftreten. Produktmarken wie Erbitux oder MilliQ bleiben erhalten.

Merck hält weltweit die Rechte am Namen und der Marke Merck, außer in den USA und Kanada. In diesen beiden Ländern tritt das Unternehmen daher künftig mit anderen Namen auf: Als EMD Serono (Biopharma), EMD Performance Materials (Material) sowie – bis zum Abschluss der geplanten Übernahme von Sigma-Aldrich – als EMD Millipore (Life-Science).

Um eine visuelle Verbindung zu den Merck-Geschäften in den USA und Kanada zu schaffen, führt das Unternehmen zusätzlich zum Merck-Logo ein vielfarbiges M ein. Es dokumentiert in allen Ländern die  Zugehörigkeit zum Konzern.

Merck hat rund 40.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2014 in 66 Ländern einen Umsatz von 11,3 Milliarden Euro. Die Gründerfamilie ist bis heute Mehrheitseigentümerin des börsennotierten Konzerns.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



9 Kommentare

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Anonymous User 17. Oktober 2015

Es ist schon erstaunlich wie hier in den Kommentaren Kollegen-Bashing betrieben wird. Scheinbar wird hier komplett vergessen, wie es zu einer finalen Entscheidung für ein neues Logo kommt und welche Kämpfe monateleang ausgefochten werden.
Ich persönlich finde das neue Logo gut. Denn die Hauptaufgabe (Ja, liebe Leute lest das Briefing!) ist erreicht worden.: Bruch mit dem alten, da Merck sich umpositioniert! Das und nichts anderes sollte erreicht werden und das ist gelungen!

Anonymous User 17. Oktober 2015

...und der Aufsichtsrat trifft sich zukünftig in einer Hüpfburg. Nee, dieses uninspiriertre Gebräu aus Haribo und Toys 'R' Us kann nur ein Witz sein. Und die Typo erst...

Anonymous User 16. Oktober 2015

Die 70er haben angerufen, sie wollen ihr Design zurück ...

Anonymous User 16. Oktober 2015

Erinnert mich an Shrek, der tollkühne Held

Anonymous User 15. Oktober 2015

Kein Grund sich aufzuregen. Da kommt gleich einer um die Ecke und schreit "April, April".

Anonymous User 15. Oktober 2015

Gab es nicht erst vor ca. einem halben Jahr ein Rebranding von Merck Millipore? Da diese jetzt abgeschafft wird, war das wohl Arbeit für die Tonne...

Das neue Logo sieht mehr aus wie das einer Spielzeugmarke.

Anonymous User 15. Oktober 2015

Ja, das Design ist mutig, lebendig, trendy und bunt – aber wirklich gut und passend, nein. Die Hausschrift ist eine echte Geschmackssache, schwer lesbar und unterwandert die Einzigartigkeit des neuen Schriftzuges Merck. Der Ansatz mit variabler Initiale (siehe Logo für Melbourne) ist nicht konsequent umgesetzt. Und semantisch befinde ich mich jetzt in einer ganz anderen Welt.

Sicherlich, Merck hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Pharmaanbieter zum innovativen globalen Wissenschafts- und Technologiekonzern gewandelt. Aber auch dank seines, nicht trotz seines bisherigen Erscheinungsbildes . Ein behutsames Redesign mit einer neuen, gerne auch farbenfrohen Bildsprache wäre vermutlich besser gewesen.

Anonymous User 15. Oktober 2015

Sieht nach einem Goa-Partyflyer aus den 90ern aus.

Anonymous User 15. Oktober 2015

Was ist denn das bitte? Aus einer klaren Wort-Bild-Marke wird was? Eine unästhetische Amöbe? Funktioniert das Logo nur unter dem Mikroskop? Wo sind eigentlich die guten Gestalter hin, die einem armen Marketingverantwortlichen der so gar keinen Sinn fürs Schöne hat, wieder auf die Sprünge helfen. Armes Land.

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