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Meteor-Absturz: LG schockt im Bewerbungsgespräch

Youtube-Hit mit fadem Beigeschmack: Der südkoreanische Fernsehhersteller LG wollte zeigen, dass seine Ultra HD Fernseher so hochauflösende Bilder liefern, dass sie sich von der Realität kaum unterscheiden. Dafür verwandelte das Unternehmen Bewerbungsgespräche in Chile in einen Albtraum.

Text: Frauke Schobelt

Werbung, für die ahnungslose Menschen geschockt oder in schwierige Situationen gebracht werden, gibt es mittlerweile massenweise. Dabei demonstriert eine Marke ihren Produktvorteil möglichst drastisch - auf Kosten der menschlichen Versuchskaninchen. Die Reaktionen sind manchmal durchaus unterhaltsam, aber bei den meisten Spots dieser Art bleibt ein fader Beigeschmack. So wie bei einem Clip für den Fernsehhersteller LG in Chile.

Das südkoreanische Unternehmen wollte zeigen, dass seine Ultra HD Fernseher so hochauflösende Bilder liefern, dass sie sich von der Realität kaum unterscheiden. Das Unternehmen installierte einen Riesentrum von Ultra HD-Flachbildschirm vor einem Fenster. Der Bildschirm zeigte nun durchaus realistisch die Ansicht auf die Metropole, inklusive Wattewolken. Mit versteckter Kamera wurden dann Kandidaten gefilmt, die zu einem vermeintlichen Vorstellungsgespräch in den Raum kamen. Das an sich ist schon eine stressige und belastende Situation - und wer achtet da schon groß auf die Aussicht. Aber dann fängt es plötzlich an zu donnern, die Lichter flackern und das Bewerbungsgespräch entwickelt sich zum Albtraum. Denn im vermeintlichen Fenster ist der Weltuntergang zu sehen - die Stadt wird scheinbar von einem Meteor getroffen und eine Feuerwalze rast auf das Hochhaus zu. Hollywoodreif inszeniert wirkt das Ganze so realistisch, dass die Bewerber völlig ausflippen. In höchster Angst schreien sie und versuchen zu fliehen. Unerbittlich hält die versteckte Kamera auch ihre Suche nach dem Ausgang in völliger Dunkelheit fest. 

Der Beweis ist erbracht: Die Ultra HD Fernseher von LG liefern so hochauflösende Bilder, dass sie sich von der Realität kaum unterscheiden. Juhu. Aber müssen dafür Menschen in Todesangst versetzt werden? Die Reaktion eines Bewerbers, der erbost und sehr wütend die Szene verlässt, kann man gut verstehen. Aber leider liegt Schock-Werbung offenbar im Trend. Mehr als 7 Millionen Klicks hat der Spot und viele, viele Likes.

LG demonstrierte die Qualität seiner Bildschirme auch schon mit anderen Fake-Aktionen: Gemeinsam mit der Amsterdamer Agentur Superheroes lenkte das Unternehmen Männer in UK auf der Herrentoilette mit attraktiven Frauen ab oder ließ Menschen in den Abgrund eines Fahrstuhls blicken. Motto: "So Real it's Scary"

"Besuch" auf dem Herrenklo

Der "Abgrund"


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.