Auf der Suche nach neuen Ideen spielt der Handelsriese sogar mit der Überlegung, seine eigenen Läden für reine Online-Shops zu öffnen. Immer mehr reine Online-Händler suchten verstärkt den Weg auf reale Verkaufsflächen, heißt es bei der Metro. Sie könnten als Shop-in-Shop in die bestehenden Verkaufsflächen integriert werden. Bereits kurz vor Weihnachten startete die Metro in Bremen einen ersten Testlauf mit einem Pop-up-Store des US-Onlinehändlers eBay. "Wir können uns das auch für andere Händler vorstellen", sagte Koch.

Der Metro-Chef steht unter Erfolgsdruck. Erst am vergangenen Wochenende hatte der größte Metro-Aktionär Haniel signalisiert, dass er mit der Entwicklung des Konzerns unzufrieden ist. "Die Wertentwicklung der Metro ist seit Jahren nicht so, wie wir sie gerne hätten", sagte Haniel-Chef Stephan Gemkow in einem Interview.

Koch zog dennoch eine positive Bilanz seiner Arbeit. "Wesentliche Baustellen machen Fortschritte", sagte er. Vor allem für Media Saturn sei die Zeit von Oktober bis Dezember ein "Durchbruchsquartal" gewesen. Die Metro habe allein ihre Nettoverschuldung binnen Jahresfrist um 900 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro gesenkt und verfüge über eine Finanzkraft "wie seit Jahren nicht mehr".

Das Unternehmen habe damit genügend Kraft, um neue Dinge zu wagen. Doch das heißt nicht, das überall im Metro-Reich eitel Sonnenschein herrscht. Größtes Sorgenkind ist derzeit das Russland-Geschäft. Der schwache Rubel hinterlässt tiefe Spuren in der Gewinnbilanz. Und auch im Alltagsgeschäft läuft nicht alles rund. Ausgerechnet bei den gewinnstarken Eigenmarken musste der Handelskonzern im wichtigen Weihnachtsgeschäft Federn lassen. Ihr Umsatzanteil sank von 10,6 auf 10,3 Prozent. Die Kunden hätten sich öfter als im Vorjahr für teurere Markenartikel entschieden. Dies sei "nicht befriedigend", meinte Koch und kündigte an, den weiteren Ausbau der Eigenmarken ganz oben auf die Prioritätenliste zu setzen.

Beim Lebensmittelhändler Real belasteten hingegen gestiegene Marketingkosten das Ergebnis. Bei der Warenhauskette Galeria Kaufhof schlugen sich die Preisnachlässe negativ nieder, die Metro wegen des schleppenden Verkaufs von Wintertextilien gewähren musste.