Aufspaltung Metro-Group :
Metro und Ceconomy gehen nun eigene Wege

Nach der Aufspaltung der Metro Group steht Metro künftig für das Lebensmittelgeschäft, Ceconomy für Consumer Electronics und Big Data.

Text: W&V Redaktion

- keine Kommentare

Ceconomy und Metro gehen nun eigene Wege.
Ceconomy und Metro gehen nun eigene Wege.

Trotz des Widerstands einiger Aktionäre hat der Handelskonzern Metro seine im Vorjahr angekündigte Aufspaltung in einen Lebensmittelhändler und einen Elektronikanbieter vollzogen. Das Amtsgericht Düsseldorf habe die Abspaltung am Mittwoch ins Handelsregister eingetragen, teilte der Konzern mit. Sie sei damit wirksam.

Bereits am Donnerstag sollen die Aktien der beiden neuen, selbstständigen Unternehmen in Frankfurt und Luxemburg an die Börse gehen. Noch anhängige Klagen gegen die Aufteilung würden nun auf dem Rechtsweg geklärt, stünden aber der Spaltung nicht mehr entgegen, betonten die Unternehmen. "Wir sind am Ziel: Die Spaltung der Metro Group ist vollzogen", sagte Metro-Chef Olaf Koch. Die Metro-Aktionäre hatten der Aufspaltung bereits im Februar auf der Hauptversammlung mit 99,95 Prozent des anwesenden Kapitals zugestimmt.

Ceconomy neues Dach von Saturn und Media-Markt

Den Namen Metro wird es auch weiter geben. Er wird künftig von dem aus der Spaltung hervorgegangenen Lebensmittelspezialisten genutzt, zu dem neben den Metro-Großmärkten auch die Real-Supermärkte gehören. Die neue Metro AG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2015/16 einen Umsatz von rund 37 Milliarden Euro. CEO ist Olaf Koch. 

Die selbstständige Holding für Consumer Electronics, unter deren Dach künftig die Ketten Media-Markt und Saturn agieren, firmiert künftig unter dem Namen Ceconomy. Ihr Aushängeschild ist auch die im Februar gegründete Big-Data-Tochter Retail Media Group (RMG) um CEO Richy Ugwu. Die RMG soll Millionen Kundenkontakte von Media-Markt, Saturn und Redcoon zusammenführen und damit zielgruppengenaue Werbung ausliefern. Auch die Musik-Streamingplattform Juke, die Deutsche Technikberatung sowie Minderheitsbeteiligungen an Flip4New und Locafox sind Teil des neuen Konzerns. 

Als "22 Milliarden-Startup" bezeichnet der designierte CEO Pieter Haas den neuen Riesen. Ceconomy sei nicht nur Handelsunternehmen, sondern "eine Plattform, die Geschäftsmodelle, Konzepte, Formate und Marken im Bereich Consumer Electronics zusammenbringt." 

Eine Schlüssel- beziehungsweise Doppelrolle spielt dabei Alexander Ewig. Seit knapp drei Jahren ist er als Geschäftsführer der Media-Markt Marketing GmbH für den Markenaufbau der "roten" Marke in Ingolstadt zuständig. Seit drei Monaten verantwortet er als Geschäftsführer der Saturn Marketing GmbH auch die "Blauen". Seine Doppelrolle kommt in Ingolstadt einer Revolution gleich - bisher legte der Elektrohändler alles daran, die beiden Marken strikt voneinander zu trennen. Im W&V-Interview spricht Ewig über seine neue Aufgabe und erläutert, warum seine Position ein wichtiger Schritt für den Erfolg der Marken ist.

(dpa/fs)


Autor:

W&V Redaktion
W&V Redaktion

Nicht alle W&V-Artikel erscheinen unter dem Namen eines einzelnen Autoren. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Artikel mit „W&V-Redaktion“ gekennzeichnet sind. Zum Beispiel, wenn mehrere Autoren daran mitgearbeitet haben oder wenn es sich um einen rein nachrichtlichen Text ohne zusätzliche Informationen handelt. Wie auch immer: Die redaktionellen Standards von W&V gelten für jeden einzelnen Artikel.



0 Kommentare

Kommentieren

Diskutieren Sie mit