WeShare wird zum Laden seiner Flotte das öffentliche Ladenetz Berlins nutzen, inklusive jetzt neu entstehender Ladepunkte an 70 Filialen der Lebensmitteleinzelhändler Lidl und Kaufland. Mit den Unternehmen der Schwarz Gruppe hat Volkswagen eine Partnerschaft abgeschlossen. 140 Ladepunkte mit 50-Kilowatt-Schnelladefunktion sollen errichtet werden.

Supermärkte sind die Tankstellen der Zukunft. 45 Minuten Ladezeit reichen aus, um einen Batterieladestand von 80 Prozent zu erreichen.

Anfangs werden die WeShare-Fahrzeuge bei niedrigem Batteriestand durch Service-Mitarbeiter von WeShare eingesammelt und geladen. Im späteren Betrieb erhalten Nutzer Anreize für das eigenständige Laden.

Was für eine strategische Bedeutung hat WeShare?

Mit WeShare erweitert Volkswagen sein Ökosystem "Volkswagen We". Die Zahl der Carsharing-Nutzer in Deutschland ist seit 2010 um das 14-fache gestiegen. Während in Deutschland im Jahr 2010 gerade einmal 180.000 Menschen als Carsharing-Nutzer registriert waren, betrug die Zahl Anfang dieses Jahres 2,46 Millionen. Carsharing befindet sich unverändert auf Wachstumskurs.

Aber es geht nicht allein um das Geschäftsmodell Carsharing. Die WeShare-Autos bilden quasi eine barrierefreie Testfahrt-Flotte mit Elektroautos für Jedermann. Vor dem Hintergrund der Komplettausrichtung Volkswagens auf elektrische Mobilität dient WeShare damit als Katalysator in der Bevölkerung für den Umstieg vom Verbrenner auf Strom.

Welche Perspektiven eröffnet WeShare?

"Volkswagen We" bündelt alle digitalen Services und Dienstleistungen für den eigenen Pkw und darüber hinaus. Zuvor erfolgreich gestartet sind bereits die Apps We Park, die Parken noch einfacher und komfortabler macht, We Experience für personalisierte Empfehlungen für Waren und Dienstleistungen in Fahrzeugnähe oder We Deliver, mit der der eigene Kofferraum zur Packstation für Lieferdienste wird.

Darüber hinaus werden zum Beispiel auch "over the air" Software-Updates oder "Functions On Demand" für die Fahrzeuge über "Volkswagen We" abrufbar sein.

Weil der Nutzer künftig über eine individuelle ID erkannt wird, sind theoretisch eine Vielzahl individualisierter Angebote auf digitaler Basis denkbar.



Autor: Rolf Schröter

Rolf interessiert sich prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders für alles, was mit Design und Auto zu tun hat. Auch wenn er selbst gar kein Auto besitzt.