Etwas vergleichbares gab es 2010, als Thomas D. sein Gemeinschaftswerk "Million Voices" aus Gesangseinlagen und Vorschlägen von 13.000 Menschen bastelte. Die Teilnehmerzahl soll laut Telekom-Manager Schuld "signifikant höher" als bei der Aktion mit dem Rapper liegen. Seit damals hat auch einiges geändert. "Heute wird gerade durch die Entwicklung moderner Smartphones und Tablets sowie bester Netzqualität noch mehr geteilt", so Schuld. Deshalb dauerte die Teaserphase in den sozialen Medien etwas länger an, als noch im Jahr 2010. Online only kann sich der Telekom-Marketer bei einer solchen umfangreichen Kampagne trotzdem nicht vorstellen: "Für eine entsprechende Breite ist TV ein wichtiger Kanal im Kommunikationsmix. Tendenzen zu Online sind natürlich unumstritten."

Etwas erstaunlich ist, dass die Telekom ihre Werbesoap rund um die "Familie Heins" in eine kurze TV-Pause schickt. Die Truppe wird aber wohl bei der Musikaktion auch in irgendeiner Form mitmischen, dazu verrät das Unternehmen aber nichts konkretes. Die Clanmitglieder dürften aber an einem bestimmten Punkt ihre Lieblingslieder ebenso verkünden.

Tawils Auftritt für die Telekom bedeutet also nicht das komplette Aus für den die Soap-Truppe, an der das Unternehmen Gefallen gefunden hat. "Es gibt keine Erfahrungswerte, wie lange dieses Format funktioniert. Unsere Familie Heins entwickelt sich weiterhin positiv und steigert Bekanntheit und Wahrnehmung der Produktbotschaften in den relevanten Zielgruppen", sagt Schuld. Die Telekom hat eine Form gefunden, die lästige Produktwerbung einigermaßen charmant zu verpacken. Ein Ende der "Familie Heins" ist also vorab nicht absehbar. Einen Grund gäbe es, sie wieder abzuschaffen: "Wenn sie keiner mehr sehen mag."



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Autor: W&V Redaktion

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