Marketing im Mittelstand :
Mittelstand: Die vier größten Marketing-Probleme - und ihre Lösungen

Der Mittelstand würde es so gerne gut machen, doch oft fehlt es an Zeit, Ressourcen und der richtigen Strategie. Vor allem das Thema Marketing fällt gerne hinten runter. Doch wer die Probleme kennt, der kann auch Lösungen erarbeiten.

Text: Lena Herrmann

Mittelstand goes wild: Mit der richtigen Markenstrategie klappt es
Mittelstand goes wild: Mit der richtigen Markenstrategie klappt es

Marketing im Mittelstand funktioniert nicht anders als in anderen Unternehmen auch. Und doch stehen kleine Unternehmen vor anderen Herausforderungen als große Konzerne. Das sind die vier größten Probleme des Mittelstands im Bereich Marketing. Und auch ihre Lösungsansätze.

Problem 1: Das Tagesgeschäft ist wichtiger als die Marke

Mittelständische Unternehmen ruhen sich gerne auf ihrer Marke aus. Zu dringlich ist das Tagesgeschäft, zu sehr stehen kurzfristige Ziele wie Abverkauf und Umsatz an erster Stelle. Das bündelt Ressourcen und schon ist das Thema Markenpflege nur noch ein Feld, dass dann bearbeitet wird, wenn alles andere erledigt ist - also kaum oder nie.

Lösung: Marketing muss im Topmanagement verankert sein. Im Idealfall gibt es sogar im Rahmen des Vorstands einen Posten alleine für das Marketing. Vertrieb und Marketing in einem Vorstandsposten zusammengefasst bedeutet immer, dass der Vertrieb, der schnelllebiger und umsatzgetrieben ist, das Marketing dominiert. Doch eine konsequente und umfassende Marketingstrategie braucht Zeit.

Problem 2: Marketing ist nur Handlanger des Vertriebs

Was der gemeinsame Vorstandsposten für Vertrieb und Marketing vorlebt, wird ins Unternehmen hineingetragen. Markenpflege kann nicht funktionieren, wenn sie von Anfang an darauf ausgerichtet ist, Umsatz zu generieren. Vielmehr geht es darum, die Kunden emotional an die Marke zu binden, denn nur so kommen sie immer wieder gerne zurück.

Lösung: Schaffen Sie die Silodenke in ihrem Unternehmen ab. Oder, wenn Ihnen das als zu schwierig erscheint, dann binden Sie das Marekting von Anfang an in alle Prozesse mit ein. Und zwar nicht nur als stiller Zuhörer. Geben Sie dem Marketingverantwortlichen die Macht, Prozesse mitgestalten zu können.

Problem 3: Try & Error-Modus kostet Ressourcen

Gerade, wenn die Dinge auf den ersten Blick nicht so viel kosten, wie beispielsweise ein Facebookprofil oder ein Instagram-Account: Überlegen Sie sich im Vorfeld genau, was Sie mit der jeweiligen Maßnahme bezwecken. Jeder macht es? Sie wollen mit dabei sein? Das sind keine Argument. Wer sofort auf den ersten vorbeifahrenden Zug aufspringt ohne zu wissen, wohin die Reise geht, der verschwendet Zeit, Geld und Energie. Und schadet mit dem Hin und Her auch noch seiner Marke.

Lösung: Marketingstrategien müssen von den Zielen her gedacht werden. Überlegen Sie sich, was Sie wollen: Neue Kunden gewinnen? Ein neues Produkt bekannt machen? Den Unternehmensnamen im Markt mit bestimmten Werten und Attributen aufladen und positionieren? Je nach Ziel definieren Sie Maßnahmen und Kanäle. Moderne Technologien wie Apps oder Youtube-Kanäle ergeben nur dann einen Sinn, wenn Sie nicht willkürlich nach dem Try& Error-Modus zum Einsatz kommen, sondern überlegt in eine Strategie und die Zielgruppenansprache  eingebettet sind.

Problem 4: Hinterherhinken beim Thema Digitalisierung

Die Digitalisierung schreitet unaufhaltsam voran und überleben werden nur die Unternehmen, die sich mit dem Thema beschäftigen und moderne Tools und Kanäle nicht verweigern. Soviel steht fest. Doch nicht immer sind die First Mover diejenigen, die auch am Ende die Nase vorn haben.

Lösung: Wer Neues zu schnell umsetzt, der verpasst, von den Fehlern der anderen zu lernen. Beschäftigen Sie sich mit den Technologien, beobachten Sie den Markt und bleiben Sie dran. Und dann adaptieren Sie das Gelernte auf ihr Unternehmen. aber auch hier nicht ohne eine Strategie. In der Regel ist der Schritt in die Digitalisierung nicht ganz billig, es gilt, neue Hard- und Software zu kaufen, Mitarbeiter zu schulen und Prozesse neu aufzusetzen. Klären Sie grundlegende Dinge wie die Sicherheit von Daten unbedingt vorher. Und dann legen Sie los. Denn fest steht heute schon: Wer sich gegen das Thema sperrt, wird auf dem Weg in die Zukunft stehen bleiben.

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Autor:

Lena Herrmann
Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.