Die Erkennungsmelodie, eingespielt vom Stabsmusikkorps und Luftwaffenmusikkorps, bei der Premiere:

Simon Theisen hatte zuvor schon die Hintergrundmelodien der Kampagnenvideos vertont. 2011 hatte das Verteidigungsministerium dann die Idee für das akustische Markenzeichen. Musik und Audiologo sollen künftig gezielt bei Konzerten der Musikkorps, in Filmclips, der Bundeswehr-App und in Radio- und TV-Spots eingesetzt werden. Außerdem gibt es das akustische Erkennungszeichen als Klingelton für Mobiltelefone. Geplant ist auch der Einsatz in einem neuen Imagefilm.

Und das sagt Soundexperte und Komponist John Groves, von der Hamburger Beratung Groves Sound Branding dazu:

Obwohl ich es selbstverständlich für eine großartige Idee halte, Klang zu Identifikationszwecken einzusetzen, ist es jedoch schade, dass so eine wichtige Marke wie die Bundeswehr wenig Liebe zum Detail beweist. Das Ganze erscheint mir wie ein Haus, das ohne Architekt gebaut wurde. Erstens ist das Sound Logo nicht das Hauptthema des Stückes, sondern rätselhafterweise irgendwo in das Finale eingebaut - eine verpasste Chance, das Sound Logo durch Wiederholungen lernbar zu machen. Wo wir gerade von Wiedererkennbarkeit sprechen: das Sound Logo überbrückt seltsamerweise einen ¾-Takt und könnte auch absichtlich nicht besser versteckt liegen. Des Weiteren ist zwar die Idee, Morsecodes einzusetzen gut und relevant, doch wer, wenn nicht die Streitkräfte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Pausen zwischen den einzelnen Zeichen enorm wichtig sind. Sie sind die Grammatik, die die Nachricht erst dekodierbar machen. Dieses Sound Logo richtet sich offenbar an die Dekodierungs-Jungs in Bletchley Park, da es die Pause zwischen den beiden Buchstaben auslässt, und es somit unmöglich ist zu wissen, wo das B endet und das W beginnt. Die Nachricht könnte ebenso sein: BEM, DITT, 6M or NSTT.... ebenso wie eine willkürliche Aneinanderreihung von Impulsen.
Wie mein Professor zu sagen pflegte: "Pausen sind auch Musik!"


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

koordiniert und steuert als Newschefin der W&V den täglichen Newsdienst und schreibt selber über alles Mögliche in den Kanälen von W&V Online. Sie hat ein Faible für nationale und internationale Kampagnen, Markengeschichten, die "Kreation des Tages" und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.