Nach Produktionsstopp: Wiesenhof darf wieder schlachten

Der Produktions-Bann nach einer Hygiene-Kontrolle beim Geflügelschlachter Wiesenhof ist zwar wieder aufgehoben. Der neue PR-Schaden bleibt.

Text: Petra Schwegler

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Der Geflügelproduzent Wiesenhof aus Möckern in Sachsen-Anhalt darf seinen Betrieb wieder aufnehmen. Nach Vor-Ort-Kontrollen mehrerer Veterinäre sei der Geschäftsführung eine entsprechende Verfügung übermittelt worden, teilt der Landkreis Jerichower Land mit.

Die Behörden hatten die Produktion im Schlacht- und Zerlegebetrieb am Montagnachmittag aufgrund von Mängeln stillgelegt. Was genau beanstandet wird, ist nicht bekannt. "Es handelt sich um ein nicht öffentliches Verfahren", heißt es zur Begründung. Bei einer Routinekontrolle bei dem Geflügelproduzenten hat es am 28. Februar Beanstandungen gegeben. Die Mängel seien bei Umbauarbeiten im Betrieb festgestellt worden. Der Landkreissprecher sagt, er gehe nicht davon aus, dass Geflügel in den Handel gelangt sei, das für den Verbraucher schädlich sein könnte. "Dafür sind die Kontrollen zu dicht, dafür haben wir entsprechend Sorge zu tragen", sagt er der Nachrichtenagentur "dpa". Die "Welt Kompakt" hatte berichtet, dass die Behörden den Betrieb in Möckern wegen "erneuter" Hygienemängel geschlossen hatte.

Aus PR-Sicht kommt das Unternehmen nicht mehr aus den negativen Schlagzeilen. Wiesenhof war erst im vergangenem Jahr wegen Missständen bei der Geflügelaufzucht massiv unter Druck geraten. Erst im Herbst 2011 veröffentlichte der Konzern ein YouTube-Video, der die hohen Hygiene-Standards in Sachsen-Anhalt dokumentieren sollte. Seit wenigen Tagen ist Wiesenhof mit dem neuen Testimonial für seine Wurst Bruzzzler im Markt: Ex-Nationaltorhüter Oliver Kahn wirbt auf der Website und mit Videos.


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.



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