Media-Markt :
Native Advertising der Extraklasse: "Der dreiste Lügen-Opa" von Media-Markt

Viele Advertorials werden vermutlich nur von denjenigen gelesen, die sie geschaltet haben. Ganz anders dürfte es sich bei dieser Native-Ad von Media-Markt verhalten, die jetzt in der "Bild" erschienen ist.

Text: Markus Weber

- 12 Kommentare

Viele der meist langatmigen Print-Advertorials werden ja vermutlich nur von denjenigen gelesen, die sie geschaltet haben. Ganz anders dürfte es sich bei dieser Native-Ad von Media-Markt verhalten, die jetzt in der "Bild" erschienen ist. Obwohl sie korrekt als "Anzeige" gekennzeichnet ist, muss man dreimal hinschauen, um zu erkennen, dass hier die Elektronikfachmarktkette wirbt.

Beim geneigten "Bild"-Leser dürfte die Geschichte jedoch auf Interesse stoßen. "Das ist der dreiste Lügen-Opa", heißt es da in der Headline. "Für Flatscreen foppte er wochenlang seine Familie" (natürlich nicht ohne "Bild"-typischem Aufrufezeichen). Und dann weiter im Text: "Wenn es um die größte Glotze geht, kennt dieser Mann kein Halten."

Die "Bild"-Anzeige ist Bestandteil der Media-Markt-Kampagne "Wer will, der kriegt". In einem TV-Spot täuscht der 79-jährige Protagonist Opa Hermann eine gravierende Sehschwäche vor: Er setzt sich so nah vor den Mini-Fernseher, dass der Rest der Familie nur noch seinen Rücken bewundern kann.

Die Kampagne stammt von Ogilvy & Mather, Frankfurt.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



12 Kommentare

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Anonymous User 25. November 2014

Es steht zweimal "Anzeige" drüber und in Rot "Media Markt" drunter. Wer da wirklich dreimal hinsehen muß um Reklame zu erkennen, dem sei ein Gang zu Fielmann empfohlen! Ich glaube eher, dass es sich hier um einen Blogeintrag der Sorte "Herr Lehrer, Herr Lehrer, ich weiß was!!!" handelt. Viel Lärm um nichts.

Anonymous User 25. November 2014

Schlimm, sehr schlimm!
Mit Native Advertising zerschiessen sich die Publisher noch den letzten Rest Glaubwürdigkeit (selbst bei der Bild).

Anonymous User 25. November 2014

Ohne Quatsch jetzt, aber ich bilde mir ein, dass ich auch ohne die Kennzeichnung als Anzeige erkannt hätte, dass es sich hierbei nicht um einen Artikel handelt.
Der Duktus ist zwar ähnlich der Bild, trotzdem schlecht und übertrieben nachgeahmt.

Anonymous User 25. November 2014

Finde ich schon schlau gemacht, der Hinweis auf die Anzeige ist jeweils in der Ecke, durch die zentrierte Überschrift wandert das Auge aber mittig nach unten.
Wie wäre so etwas besser gelöst, sollte man einen Rahmen um die Anzeige machen und das Wort 'Anzeige' dort mehrmals wiederholen, oder eher mit Kontrast arbeiten und die Anzeige auf das Bild setzen und dann z.B. mit weißer Schriftfarbe abheben?

Ich nehme mal an, dass native advertising noch mehr wird und somit sollte man längerfristig gucken und kritisches Lesen üben (also auch Aufgabe der Gesellschaft).

Anonymous User 20. November 2014

Schon der Begriff "Native Advertising" ist Betrug! Was ist da Native?

Anonymous User 20. November 2014

Großartig! Vielen Dank an Ogilvy & Mather! Und auch vielen Dank an Bild, dass sie die Anzeige freigegeben haben.

Wer mal einen Kunden aus der Unterhaltungselektronik betreut hat oder ein Auge auf die stinklangweilige und generische Handelswerbung geworfen hat, muss sich darüber freuen.

Anonymous User 20. November 2014

Wo ist Mr. Media, wenn man ihn mal braucht?

Anonymous User 19. November 2014

meine herren - das ist die BILD-ZEITUNG. an der stelle steht normalerweise politische hetze mit nur geringfügig mehr wahrheitsgehalt. in diesem fall dann doch lieber produktwerbung.

Anonymous User 19. November 2014

Aha und das ist jetzt native Ätwerteising? Früher hat man sowas Schleichwerbung genannt

Anonymous User 19. November 2014

Ja, auch ich muss mich abwenden, wenngleich diese Aktion auch clever daherkommt. Mir kommt es so, als wolle sich dieser Bärendreck hier selbst persiflieren. - Ob wir native ads auf Dauer zu fürchten haben, glaub ich eher nicht. Schließlich kommt es für die Medien, die das zulassen, einer Selbstverstümmelung gleich.

Anonymous User 19. November 2014

E - KEL - HAFT

Anonymous User 19. November 2014

Wo ist diese einstmals ehrenwerte Kommunikationsbranche gelandet? Nur noch Schmuddel ! Und das wird journalistisch auch noch als innovativ oder kreativ eingeschätzt ! Man kann sich nur noch abwenden!

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