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Neue Bundeswehr-Serie: "Mali" folgt auf "Die Rekruten"

Mit der Social-Media-Serie "Mali" will die Bundeswehr an den Erfolg der Youtube-Reihe "Die Rekruten" anknüpfen. Diesmal ist auch ein Chatbot im Spiel. 

Text: Judith Pfannenmüller

Die neue Reality-Doku der Bundeswehr folgt acht Protagonisten in den Auslandseinsatz
Die neue Reality-Doku der Bundeswehr folgt acht Protagonisten in den Auslandseinsatz

Nach dem Mega-Erfolg der Youtube-Serie "Die Rekruten", die Freiwillige bei der Grundausbildung begleitete, rückt die Bundeswehr nun das Thema Auslandseinsatz in den Fokus ihrer Nachwuchswerbung. Vom 16.Oktober an begleitet die Social Media-Serie "Mali" acht Soldatinnen und Soldaten auf ihrem Auslandseinsatz in dem westafrikanischen Wüstenstaat.

Die Youtube-Reality-Doku zeigt in etwa 40 Folgen nicht nur das Leben und Arbeiten der Soldaten im Bundeswehr-Camp, sondern begleitet die Soldaten auch bei der Vorbereitung auf Auslandseinsätze. Sie zeigt, wie sie sich von ihren Familien verabschieden und auch, wie sie das Erlebte nach der Rückkehr verarbeiten.

Die Social Videos werden diesmal zusätzlich durch einen Chatbot auf Facebook-Messenger ergänzt, der die Zielgruppe bereits schon seit zwei Wochen kontaktiert. Der "Mali-Bot" holt die Zielgruppe mit zwei bis drei Echtzeitnachrichten am Tag ab und zieht sie eng in das Geschehen in Mali hinein - anfangs über Protagonisten-Steckbriefe, später mit Handy-Filmen aus dem Wüstencamp, GIFs, oder Echzeit-Bildern wie beispielweise dem Abschießen einer Leuchtrakete.

Der Trailer:

Der Kinospot:

Mit "Mali" reagiert die Bundeswehr auch auf die Kritik an "Die Rekruten", die Serie blende die Gefahren einer Karriere bei der Bundeswehr aus, die in Auslandseinsätzen zu Verwundung oder gar Tod führen kann. "Wir wollen die Scheu und die Bedenken vor Auslandseinsätzen abbauen, indem wir ein realistisches Bild von den Auslandseinsätzen zeigen, auch den banalen, langweiligen Alltag im Camp", sagt Dirk Feldhaus, Beauftragter für die Kommunikation der Arbeitgebermarke Bundeswehr. Derzeit befinden sich knapp 3600 Soldaten im Auslandseinsatz - die meisten in Afghanistan (978) und in Senegal/Mali (960). Weitere 134 sind in Mali direkt vor Ort.

Die sechs- bis achtminütigen "Mali"-Episoden laufen bis Dezember täglich um 17 Uhr auf dem Youtube-Kanal Bundeswehr Exklusive, den Feldhaus als Dachmarke für die Nachwuchsserien eingerichtet hat. Die Bundeswehr gibt für Mali insgesamt 6,4 Millionen Euro aus, davon zwei Milllionen für die Produktion der Social-Media-Serie und 4,4 Millionen Euro für Mediaschaltungen.

Die Bundeswehr bewirbt die Webserie Mali ab dem 9. Oktober und während des Ausstrahlungszeitraums im Kino, auf Onlinebannern und mit drei Motiven auf Plakaten und DOOH. Auf digitalen Außenwerbeflächen und U-Bahn TV gibt es Echtzeit-Chats des Mali-Bots. Verantwortlich für Dreh und Kampagne ist die Düsseldorfer Agentur Castenow Communications, die den Rahmenvertrag des Verteidigungsministeriums hält. Produziert hat Spin TV.

Mit "Die Rekruten" hatte die Bundeswehr einen Überraschungserfolg erzielt. "Das Krasseste seit es Bundeswehr-Werbung gibt", schrieb die "BamS" 2016. Die preisgekrönte Serie (Kontakter Client Award) kam im Zeitraum zwischen November 2016 bis Januar 2017 auf 270.000 Youtube-Abonnenten und erzielte insgesamt über 45 Millionen Abrufe.

Im Anschluss stiegen die Bewerbungen für den freiwillligen Wehrdienst um 21 Prozent (1.Quartal 2017) verglichen mit dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. "Das ist eine hohe Messlatte für die neue Serie", sagt Feldhaus. In wenigen Wochen soll auch die Entscheidung fallen, welcher Privatsender eine TV-Fassung der "Rekruten" zeigen darf. Zunächst hatte die Bundeswehr mit RTL II verhandelt, konnte sich aber nicht auf einen Ausstrahlungszeitraum einigen.

Wie schon zuvor "Die Rekruten" ist auch die Social Media-Serie "Mali" Teil der übergeordneten Nachwuchs-Kampagne "Mach, was wirklich zählt". Insgesamt hat die Bundeswehr für ihre Nachwuchswerbung 2017 Haushaltsmittel in Höhe 35,3 Millionen Euro eingeplant - über eine Million mehr als im Vorjahr.

Die Truppenstärke hat sich von 198.000 Soldaten 2013 auf derzeit 179.000 Berufs- und Zeitsoldaten und freiwillig Wehrdienstleistende reduziert. Fachkräfte fehlen vor allem in der IT,  in den Ingenieurs-Disziplinen und im medizinischen Bereich. Durch die ständige Fluktation bei den Zeitsoldaten gibt es einen riesigen Personalhunger.


Autor:

Judith Pfannenmüller
Judith Pfannenmüller

ist Korrespondentin für W&V in Berlin. Sie schaut gern hinter die Kulissen und stellt Zusammenhänge her. Sie liebt den ständigen Wandel, den rauhen Sound und die thematische Vielfalt in der Hauptstadt.