Olaf Koch :
Neue Metro-Strategie: Startups statt Galeria Kaufhof

So stellt sich Metro-Chef Olaf Koch die Zukunft ohne Kaufhauskette vor: Er will mehr Geld in Startups stecken.

Text: W&V Redaktion

Metro-Chef Olaf Koch will mit dem Kaufhof-Erlös unter anderem Startups unterstützen. Die Kaufhausmarke Galeria Kaufhof hat den Düsseldorfern 1,75 Milliarden Euro eingebracht. 

Zuletzt hatte Koch unter anderem Geld in Unternehmen wie den Reservierungsservice Lunchio gesteckt. Am 28. Januar 2016 präsentieren elf Startups aus dem hauseigenen Förderprogramm ihre Geschäftspläne. Für Metro sind aber nicht nur Technologie-Schmieden interessant: Zuletzt hatten die Düsseldorfer bereits bei dem Elektronikreparatur-Dienstleister RTS und dem in Singapur beheimateten Feinkost-Lieferanten Classic Fine Foods (CFF) zugeschlagen.

Koch plant zudem die Bedürfnisse der Kunden noch stärker in den Fokus zu nehmen. "Dazu werden wir zahlreiche Märkte unserer Vertriebslinien weiter umgestalten und modernisieren, aussichtsreiche Akquisitionen nutzen und auch wieder neue Expansionsziele ansehen", so Koch.

Auch wegen Marktschließungen sowie Unternehmensverkäufen ging der Umsatz daher um 1,2 Prozent auf 59,2 Milliarden Euro zurück. Metro hatte das Traditionsunternehmen Galeria Kaufhof im Sommer für 2,8 Milliarden Euro inklusive Schulden an den kanadischen Warenhauskonzern Hudson's Bay verkauft. 

Nach dem Kaufhof-Verkauf gehören zur Metro nun nur noch die Großmärkte Cash & Carry, die Elektronikketten Media-Markt und Saturn sowie die Lebensmittelkette Real. Letztere leidet unter dem starken Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel und der Macht der Discounter und schnitt von allen Töchtern mit dem dicksten Umsatzminus ab.

Auch der Großhandel, Metros wichtigste Sparte, stand am Ende mit weniger Umsatz und Ergebnis da als im Vorjahr. Auftrumpfen konnte die Elektroniktochter Media-Saturn, die sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis wuchs. Saturn versucht sich an dem neuen Innenstadtformat Saturn Connect, das sich auf Mobilfunk, Laptops, Computer und weitere Digitalgeräte fokussiert. Der Anteil des internetgenerierten Umsatzes stieg bei den Elektronikketten auf mehr als acht Prozent. (mit dpa)


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