Starbucks und Pepsi :
Neue Runde im Emoji-Wahn der Marken

Nichts geht mehr ohne Emojis in der Kommunikation. Jüngste Beispiele dafür: Starbucks und Pepsi.

Text: Susanne Herrmann

Mal schnell bei Facebook posten, dass man bei Starbucks Kaffee trinkt - zusammen mit dem lilafarbenen Einhorn.
Mal schnell bei Facebook posten, dass man bei Starbucks Kaffee trinkt - zusammen mit dem lilafarbenen Einhorn.

In der Kommunikation geht ja nichts mehr ohne sie: Emojis. Vermeintlich bringen die Symbole auf den Punkt, was einer meint oder fühlt. Kritiker mahnen, der Einsatz der grinsenden, zähnefletschenden, weinenden gelben Gesichter, der Daumen und Herzchen führe oft zu großen Missverständnissen (eine Studie dazu via Chip.de). Andere meinen, sie bereichern die Sprache (Experte bei Zeit.de)

So oder so: Emoticons sind heute für viele nicht nur auf Smartphones unverzichtbar, sondern längst in der Werbung angekommen (einige Beispiele* unten). Jüngste Vertreter: Starbucks und Pepsi.

Kaffeekette Starbucks macht's wie Kim Kardashian und bringt eine eigene Tastatur-App (Bild oben). Da kann man dann beim Schlürfen des laktosefreien Honey Blossom Macchiato medium to go Bildchen von anstoßenden Pappbechern, mit Strohhalm trinkende lila Einhörner oder einen stark schwitzenden Stern (oder so was ...) an Freunde und Feinde senden.

Bereits zum Start der EM-Kampagne präsentierte Pepsi eigens gestaltete "Pepsimojis" auf Dosen und Flaschen als limitierte Sommer-Edition. Und knüpft damit zugleich an die Personalisierungsstrategien von Coca-Cola ("Teil ne Coke mit ...") und Nutella (personalisierte Etiketten). Neu ist, dass Pepsi jetzt in den USA - ganz im Sinne der durch Emojis verkürzten Bildsprache - fünfsekündige Fernsehspots auf Sendung schickt, um die Flaschen zu verkaufen. In der Kürze liegt die Würze - und dafür gibt es Masse (wir sagen jetzt mal nicht: statt Klasse - entscheiden Sie selbst): Mehr als 100 Clips gehen ab Mitte Mai raus.

Jedes der Micro-Motive wird dabei ans Themenumfeld angepasst, erklärte eine Pepsi-Sprecherin beim Branchendienst Adage: In einem Baseballspiel werde also ein Baseball-Thema zu sehen sein. "Die Verbraucher wollen von allem eine Kurzfassung." Also gehe man mit den Kurz-Clips darauf ein, passe das Medium an, um mehr Relevanz zu erzeugen.

Hier eine Serie von Fünfsekündern.

Auch einen Shop zu den Pepsimojis wird es geben: Story in New York bietet dann unter anderem an, die Motive digital zu Mustern für T-Shirts und Smartphone-Hüllen zu verarbeiten. Dazu gibt's natürlich Kekse und Haushaltswaren im Pepsimoji-Design.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten. Und außergewöhnliche Werbekampagnen.