Neue Smart-Kampagne: Nach Hause telefonieren war gestern ...

Mit einem liebenswerten Viral beweist Smart, dass Außerirdische uns Menschen doch intelligent finden - wenn auch nur die Autos.

Wenn ein Mann mit seiner Ehefrau nachts auf dem Parkplatz am Hafen vorfährt, dann hat er Großes zu gestehen. Ob das immer auch Gutes verheißt, ist eine andere Frage. "Sag den Kindern, dass ich sie liebe", verkündet er und es wird dramatisch.

Etwas ältere Zuschauer fühlen, wie die sentimentale Erinnerung an ET, den kleinen schrumpeligen Außerirdischen, wach wird. Die Frau im Film assoziiert sicher Ähnliches: Was geht da vor mit dem Mann, den sie liebt? Wird er gleich das krumme Fingerchen heben und mit zitternder Stimme "nach Hause telefonieren" wollen? Ist das Heimweh stärker als die Familienbande?

Quasi ein Happy End - je nach Perspektive. Es gibt eben doch Leben im All - und das ist noch viel intelligenter als vermutet. Wobei der charmante Spot von BBDO Proximity, Berlin, jedoch nahelegt, dass auch wir Menschen intelligenter sind, als die Lebewesen im All sich das vorgestellt haben: Sind wir doch in der Lage, ein cleveres Auto wie den Smart zu bauen. Den fährt das Ehepaar wohl als Zweitwagen, denn wo hätten im Modell fourtwo noch Kinder Platz?

Gerade bei der jüngeren, Smart-affinen Zielgruppe dürfte der Film gut angenommen werden: Statt langweiliger Produktvorteile wie geringem Verbrauch und parkplatzfreundlicher Großstadtmaße kommuniziert der Film lieber subtiler, dass er den Smart-Käufer für smart hält.

Verdientermaßen wurde der Film Ende März beim Spotlight Werbefilmfestival ausgezeichnet - mit Bronze vom Publikum, der Zielgruppe. Bislang wird der Spot online verbreitet, die Ausstrahlung im Fernsehen im Rahmen einer größeren Kampagne ist geplant.

Bei der Daimler AG MBVD/VPS ist für den Smart fortwo als Werbeleiter Michael Jopp verantwortlich; bei BBDO Proximity, Berlin, kümmert sich das Kreativteam Jan Harbeck, David Mously, Wolfgang Schneider (CDs, ADs) und David Missing (Texter) um Smart. Filmproduktion: Cobblestone, Hamburg, Regie: Robert Nylund (Kamera: Carl Sundberg), Postproduktion: NHB Studios (Hamburg/Berlin/Düsseldorf), VFX-Supervisor: Nhat Quang Tran.

Die Post-Abteilungen aller drei Standorte kooperierten, weil es eine solche Menge Effekte gibt. Zum Beispiel wurde der Kopf des Aliens gegen ein digitales, animiertes 3-D-Modell getauscht. Was einfacher klingt, als es ist. Es wurde sogar Knochen in den Alienkopf eingebaut (und mit Hilfe von Markerpunkten im Gesicht des Schauspielers animiert - siehe Abbildung links). “Die Knochen mussten einerseits sämtliche Bewegungsmöglichkeiten der fremdartigen Anatomie ermöglichen und andererseits auch die Bewegungen des Schauspielers akkurat nachempfinden können”, erklärt Nhat Quang Tran, VFX-Supervisor.

Das spannende Making of zum aufwendigen Dreh zeigen wir Ihnen hier - mit Vorher-Nachher-Bildern im Splitscreen (von der NHB-Webseite in der englischen Originalversion).


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Und setzt sich als ehemalige Textchefin und Gelegenheitslektorin für Sprachpräzision ein. Ihre Lieblingsthemen reichen von abenteuerlustigen Gründern über Super Bowl bis Video on Demand – dazwischen bleibt Raum für Medien- und Marketinggeschichten.



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