"Sein Wissen im Bereich digitales Einkaufserlebnis, Technologie, globale Strategie und Führung kombiniert mit seiner engen Verbindung zur Marke, machen ihn zur idealen Besetzung, unsere digitale Transformation voranzurtreiben und unsere Consumer Direct Offensive positiv zu unterstützen", lässt sich Mark Parker in der Pressemitteilung zitieren. Im Jahr 2017 hat Nike die Consumer Direct Offense ausgerufen, mit der das Unternehmen vor allem in den größten Städten der Welt wachsen will und intensiver in das direkte Geschäft mit den Kunden einsteigen will.

Die Entscheidung für Donahoe und gegen eine interne Lösung zeigt, wie stark Parker bewusst ist, dass sich Nike noch mehr wandeln muss, um auch in der Zukunft ganz vorne mitspielen zu können. Auch Konkurrent Adidas hat für sich verstanden, dass das digitale Direct-to-Consumer-Geschäft das ausschlaggebende für den Erfolg in der Zukunft sein wird.

Die Verkündung der Personalie zum jetzigen Zeitpunkt kommt Nike nicht ganz ungelegen - Parker ist nach diversen Skandalen und Vorwürfen in der Kritik. Unter anderem hat er sich nach wie vor nicht vom Trainer Alberto Salazar des Oregon Projects, der Nike-Elite-Laufeinheit, distanziert, obwohl dieser für vier Jahre wegen Dopingvorwürfen gesperrt wurde und das Project inzwischen gestoppt wurde. Zudem wurden in der Vergangenheit Sexismus-Vorwürfe gegen Parker laut. Kein Wunder also, dass seine Ankündigung von 2018, er wolle über das Ende seines Vertragendes 2020 hinaus weiterhin CEO von Nike bleiben, zuletzt nicht mehr diskutiert wurde.

Nike bereitet sich auf die digitale Transformation vor

Im Sommer hatte Nike unter anderem den IT-Soezialisten Celect übernommen. Die 2013 gegründete Firma hat sich auf vorausschauende Datenanalyse für die Einzelhandelsbranche spezialisiert. Sie hat unter anderem Modelle entwickelt, mit denen sich Kundenwünsche schneller identifizieren und Sortimente gezielt planen lassen.

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019/20 konnte Nike die Erwartungen der Analysten übertreffen. Umsatz und Gewinn fielen höher aus, als im Vorfeld erwartet worden war. Das lag vor allem an erneut überdurchschnittlichen Zuwächsen in China. Der Konzernumsatz in den Monaten Juni bis August 2019 belief sich auf 10,7 Milliarden US-Dollar (9,67 Milliarden Euro). Das ist ein Wachstum zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent.

Bei ServiceNow folgt der kürzlich zurückgetretene SAP-Manager Bill McDermott auf Donahoe.

lh/mit dpa


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Lena Herrmann
Lena Herrmann

schreibt als Redakteurin für das Marketingressort der W&V unter anderem über Sportmarken und Reisethemen. Beides beschäftigt sie auch in ihrer Freizeit. Dann besteigt sie Berge, fährt mit dem Wohnmobil durch Neuseeland und Kanada, wandert durch Weinregionen oder sucht nach der perfekten Kletterlinie.