Großbritannien :
Neugeschäft weiter rückläufig

Der Londoner Pitch-Berater AAR registriert weiterhin einen Rückgang bei der Zahl der vergebenen Etats. Betroffen ist insbesondere die Kategorie "Integrated".

Text: Franz Scheele

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres lag die Zahl der Etatvergaben in Großbritannien deutlich unter der des Vergleichszeitraums des Vorjahres. Dennoch sieht der Londoner Pitch-Berater AAR in seiner jüngsten Studie "New Business Pulse", aus der der Branchendienst Campaign zitiert, eine "positive Tendenz".

Denn während im ersten Quartal die Zahl der Etatvergaben noch um happige 38,3 Prozent eingebrochen war, verzeichnete AAR für den Zeitraum von Januar bis Ende Juni "nur noch" einen Rückgang um 8,9 Prozent. Berücksichtigt werden dabei ausschließlich Etatüberprüfungen, die tatsächlich im untersuchten Zeitraum abgeschlossen wurden.

Einen deutlichen Rückgang bei der Vergabezahl gab es danach im Bereich der klassischen Werbung mit minus 7,7 Prozent und vor allem in der Kategorie "Integrated" (mit mindestens drei Disziplinen) mit minus 25,7 Prozent. Eine Zunahme registrierte AAR dagegen bei den Digitaletats mit plus 11,8 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2017. Die Zahl der vergebenen Mediaetats blieb unverändert.

Die Mehrheit der Werbungtreibenden in der Studie (58 Prozent) hatte sich dabei vorab für einen "offenen" Pitch mit konkurrierenden Agenturen entschieden. 21,2 Prozent vergaben ihre Etats ohne Pitch und 20,8 Prozent vergaben ihre Etats an Dienstleister innerhalb ihres bestehenden Agenturpools.


Autor:

Franz Scheele
Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.