Merchandising :
Nicht jedem schmeckt das teure "Hosen Hell" der Punk-Band

Seit heute kann man im Onlineshop der Toten Hosen einen Sixpack "Hosen Hell" bestellen - für knapp 10 Euro. Dabei ist in den Fläschchen nur 0,33 Liter drin. Einige Fans meckern. 

Text: Annette Mattgey

So sieht der Sixpack "Hosen Hell" aus.
So sieht der Sixpack "Hosen Hell" aus.

Auf dem Etikett des neuen Bieres "Hosen Hell" prangt ein Totenschädel mit rotem Stern, das Logo der Toten Hosen. Die Punkband hat ein eigenes Bier auf den Markt gebracht - am Wochenende hatte es bereits Premiere bei der Düsseldorfer Rheinkirmes. Ab Mittwoch sind die 250 Hektoliter "Hosen Hell" offiziell im Handel. Deswegen stellten es die Musiker via Facebook und auf ihrer Website vor.

Dort rechtfertigt sich die Band, die seit Jahrzehnten das Altbierlied ("Ja, sind wir im Wald hier ...") im Repertoire hat, dafür, dass sie nun ihrem Leib-und-Magen-Getränk untreu werden: "Das beste Altbier gibt es mit dem 'Uerige' ja schon! Deshalb schied diese Brauvariante leider aus." Seit etwa einem Jahr tüftelten Fritz Briem und Michael Schnitzler, Chef der Düsseldorfer Altbier-Brauerei Uerige und langjähriger Freund der Hosen, an dem Gerstensaft. Die beiden kennen sich aus dem Studium in Weihenstephan, wo Briem als Dozent arbeitete. Heute versorgt er mit seiner Firma Lupex Brauereien mit hochwertigem Hopfen. Das "Hosen Hell" ist das Gegenteil eines Altbiers: Es wird in Bayern gebraut, ist hell, außerdem untergärig im Gegensatz zum obergärig gebrauten Altbier.

"Es ist unsere Art als Düsseldorfer und Westdeutsche, den Bayern - trotz vieler unangenehmer Vorkommnisse in letzter Zeit - doch noch mal die Hand zu reichen und zu zeigen, dass es auch zusammen geht und gehen muss", sagte Sänger Campino am Mittwoch. "Es wäre einfach Unsinn gewesen, mit einem weiteren Altbier zu kommen."

Die wochenlangen Bier-Verkostungen ("Wer sich erinnern kann, der hat nicht richtig mitgemacht") der verschiedenen Varianten bis zur Endauswahl hätten Folgen gehabt: "Unser Konzert in München im vergangenen Dezember war deswegen vielleicht etwas wackelig", sagte Campino. Er habe übrigens den lateinischen Spruch auf den Flaschen beigesteuert: "De gustibus non est disputandum" - "Über Geschmack kann man nicht streiten".

Streiten lässt sich jedoch über den Preis, der bei einigen Fans auf wenig Gegenliebe stößt. "Ihr spinnt doch langsam", heißt es etwa unter dem Post, der es auf weit über 1000 Kommentare bringt. Viele davon sind positiv, aber einigen eingefleischten Fans gefällt der "Kommerz" nicht: "Welcher Duft kommt einem entgegen wenn man solch eine Bierflasche öffnet? Geldgier??". Andere Fans verteidigen jedoch ihre Idole: "jeder der behauptet, sie würden sich verkaufen, ist ein hater".