Insolvenz und Betriebsende :
Niki fliegt nicht mehr

Der Verkauf der Air-Berlin-Tochter Niki ist geplatzt. Die Lufthansa zog ihr Angebot zurück. Nun ist die Austria-Linie insolvent und stellt den Betrieb ein.

Text: W&V Redaktion

Niki hat den Flugbetrieb eingestellt, andere Airlines organisieren nun wohl einen Notfallplan für Passagiere.
Niki hat den Flugbetrieb eingestellt, andere Airlines organisieren nun wohl einen Notfallplan für Passagiere.

Die österreichische Air-Berlin-Tochter Niki ist nun auch zahlungsunfähig. Beim zuständigen Gericht in Berlin ist ein Insolvenzantrag für die Airline eingegangen. Der Flugbetrieb ist eingestellt. Damit könnten rund 1000 Mitarbeiter ihren Job verlieren.

Die Bundesregierung hatte damit bereits gerechnet, da nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert nach dem Rückzug von Lufthansa keine alternativen Käufer zur Verfügung stehen. Allerdings hat der Gründer der Fluglinie, Niki Lauda, im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters nochmals sein Interesse bekundet. Dazu brauche es aber einen Neustart im Zuge eines Insolvenzverfahrens, so der Niki-Gründer.

Auf die Frage, wie viel Geld er für Niki in die Hand nehmen würde, sagte Niki Lauda: Der Preis, den man für eine insolvente Airline zahlen müsse, sei niedriger als der für eine, die noch fliegt.

Welche Rolle spielte die Lufthansa?

Lauda war im Bieterwettstreit dem Konkurrenten Lufthansa unterlegen. Diese hatte aber wegen kartellrechtlicher Bedenken der EU einen Rückzieher gemacht. Der Ex-Formel-1-Fahrer machte der Lufthansa in verschiedenen Interviews indes schwere Vorwürfe und wähnte ein abgekartetes Spiel hinter dem Bieterverfahren.

Indes geht es darum, eine Lösung für die gestrandeten Passagiere des Ferienfliegers zu finden. Die Wiener Regierung wolle die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines notfalls mit Charterflügen beauftragen, sagte ein Sprecher von Verkehrsminister Jörg Leichtfried der Tageszeitung Die Presse. Mehrere Airlines bereiteten derzeit einen Ersatz-Flugplan nach Deutschland, Österreich und die Schweiz vor, teilte Niki mit. 

Unterdessen ist die auf Krisen- und Insolvenz-PR spezialisierte Agentur Möller PR für die insolvente Fluglinie im Einsatz. Der Geschäftsführer der Agentur, Christoph Möller, tritt dabei als Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Lucas F. Flöther auf. Er soll insgesamt die Kommunikation des Unternehmens koordinieren. 


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