No sex, please: Ergo untersagt Veröffentlichung des Revisionsberichts

Die Ergo-Versicherung hat dem "Handelsblatt" per Einstweiliger Verfügung untersagt, einen Bericht der Konzernrevision über Sex-Reisen freier Versicherungsvertreter zum Download anzubieten.

Text: Markus Weber

Die Ergo-Versicherung hat dem "Handelsblatt" per Einstweiliger Verfügung untersagt, einen Bericht der Konzernrevision über Sex-Reisen freier Versicherungsvertreter zum Download anzubieten. Das bestätigt eine Ergo-Sprecherin gegenüber W&V Online.

Laut "Handelsblatt"-Chefredakteur Gabor Steingart hatten die Ergo-Anwälte ihre Aufforderung mit dem Urheberrecht der Versicherung begründet, welches durch die Veröffentlichung verletzt werde.

Die Revisionsberichte seien demnach wie ein Stück Literatur zu behandeln. Der "Handelsblatt"-Chefredakteur sieht das freilich anders: "Wenn das Literatur ist, dann allenfalls Schundliteratur", so Steingart.

Das "Handelsblatt" hatte am Donnerstag (30.8.) berichtet, dass Sex-Reisen für besonders erfolgreiche freie Vertreter laut internen Berichten der Konzernrevision sowohl vor als auch nach der berüchtigten "Budapest-Reise" aus dem Jahr 2007 stattgefunden hätten. Die Zeitung widersprach damit der von der Ergo-Konzernspitze vertretenen Einzelfalltheorie.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.