Irreführende Werbung :
Norweger verklagen Tesla wegen PS-Schummelei

80 norwegische Kunden von Tesla haben den Elektroautobauer verklagt. Sie werfen dem US-Hersteller falsche Angaben bei Leistungsdaten vor.

Text: Petra Schwegler

Vom beliebten Model S hat Tesla eine aufgemotzte Variante im Angebot - die nur Ärger macht ...
Vom beliebten Model S hat Tesla eine aufgemotzte Variante im Angebot - die nur Ärger macht ...

Von Tesla-Werbung an der Nase herumgeführt fühlen sich offenbar 80 norwegische Besitzer eines Elektroautos des US-Herstellers. Sie haben nun Tesla wegen irreführender Werbung verklagt und Entschädigung in Höhe von jeweils mehreren tausend Euro verlangt. Das berichtet die norwegische Zeitung Dagbladet.

Es geht dabei um eine aufgemotzte Variante vom Model S, den P85D. Tesla behauptete, das Auto soll in 3,2 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen können und damit zu den schnellsten Kfz-Sprintern der Welt gehören. Doch anstelle der beworbenen 691 PS kommt der P85D angeblich nur auf 469 PS. Tesla wollte den Bericht der Zeitung zunächst nicht kommentieren. 

Keine Überraschung für Tesla

Es ist nicht das erste Mal, dass enttäuschte Tesla-Käufer aus Norwegen wegen irreführender Werbung gegen Elon Musk und seinen Konzern vorgehen. Schon im Dezember 2016 einigte sich der US-Elektroautokonzern mit Käufern des P85D. Damals erhielt jeder Kläger umgerechnet rund 7200 Euro Ausgleichszahlung oder neue Bauteile für den Wagen. Die 80 neuen Kläger fordern jetzt, genauso entschädigt zu werden.

Ob auch Modelle in Deutschland mit falschen Angaben angepriesen und verkauft wurden, ist noch nicht bekannt. Allerdings reicht der Ärger für Tesla ohnehin: Der US-Autobauer hat im letzten Quartal 2017 erstmals eine nennenswerte Anzahl des heiß erwarteten, günstigeren Model 3 produziert – allerdings immer noch weitab von ursprünglichen Zielen. 2018 wird bereits als das Jahr der Wahrheit für Elon Musk gehandelt. 


Autor:

Petra Schwegler, Redakteurin
Petra Schwegler

Die @Schweglerin der W&V. Schreibt seit mehr als 20 Jahren in Print und Online über Medien - inzwischen auch jede Menge über Digitales. Lebt im Mangfalltal, arbeitet in München.