Das zahlt nicht gerade auf die Marke WM 2010 ein. Würden Sie der FIFA raten, die Plastik-Tröten aus den Stadien zu verbannen?

Höflich wie ich nun einmal bin, würde ich dem Gastgeberland dieses Verbot zum jetzigen Zeitpunkt nicht abverlangen. Versäumt wurde im Vorfeld der WM, den Verantwortlichen bewusst zu machen, dass die Verwendung der Vuvuzelas eben nicht in die Hände vieler Fans zugleich gehört. Stellen wir uns vor, zigtausende von Menschen haben eine ungestimmte Blockflöte in den Händen. Auf Los dürfen sie diese neunzig Minuten lang malträtieren. Das hätte uns 2006 ebenfalls die WM versaut, genauer die Laune unserer Gäste (obwohl um einige Dezibel an Lautstärke geringer). Den Vuvuzela-Benutzern scheint dieses „Krachmachen ohne Ende” ja Spaß zu bereiten. Kann ich persönlich nur schwer nachvollziehen.

Kontraproduktive Markensounds sind ja eigentlich keine Seltenheit. Kennen Sie ein vergleichbar krasses Beispiel?

Wenn einem wie noch in den letzten zwei Jahren von oben eine hohe Knabenstimme in drei Tönen daherkommt, die einer der großen deutschenPremium-Marken der Automobilwelt Identität und Authentizität verleihen soll,dann fiel es mir schon schwer, mit diesem Soundlogo die geforderte Markenpassung für Mercedes nachzuempfinden. Es war ein akustisches Kampagnen-Aktionslogo, für mehr reichte es einfach nicht. Zu Recht hat sich Mercedes von diesem Soundlogo freiwillig verabschiedet. Der visuelle Stern hat sein akustisches Pendant noch nicht gefunden. Vielleicht ist Stille mehr Premium als alles andere? Krass oder?