CMO :
Opel macht's amtlich: Tina Müller wird Marketing-Vorstand

Ex-Henkel-Managerin Tina Müller zieht in den Opel-Vorstand ein. Mit dem Neuzugang trennt der Autobauer die Bereiche Marketing und Vertrieb.

Text: Ulrike App

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Das "Manager Magazin" hatte die Personalie aus dem Hause Opel schon Tage vor dem Aufsichtsrat-Beschluss verkündet, doch heute bezog das Unternehmen offiziell Stellung: Im August tritt Ex-Henkel-Managerin Tina Müller in Rüsselsheim als Vorstandsmitglied und Chief Marketing Officer an. Opel gibt der 44-Jährigen also ein eigenständiges Ressort in dem Führungsgremium.

"Die neue Funktion des Chief Marketing Officer im Vorstand und die Trennung von Marketing und Vertrieb zeigen die hohe Bedeutung, die wir dem Thema Markenführung beimessen. Wir werden der Marke wieder den Glanz verleihen, den sie verdient", kündigt Opel-Vorstandsvorsitzender Karl-Thomas Neumann an. Der baldige Chef von Müller setzt dabei auf die langjährige Erfahrung der Marketing-Managerin in der Konsumgüterindustrie. Eigentlich wollte die ehemalige Henkel-Marketerin im Sommer zu Konkurrent Beiersdorf wechseln. Das versuchten die Düsseldorfer mit allen Mittel zu verhindern. Die Angelegenheit landete dann vor dem Arbeitsgericht.

Zuletzt hatte Duncan Aldred das Opel-Marketing unter sich. Der 43-Jährige bleibt nach seiner Ablösung durch Müller kommissarischer Vize-Präsident von General Motors Europa für Vertrieb und Kundendienst sowie Chef der britischen Schwestermarke Vauxhall.

Gleichzeitig verlässt der frühere Opel-Interims-Chef und bisherige Strategievorstand Thomas Sedran Rüsselsheim. Er wechselt innerhalb des Konzerns zu Chevrolet Europa. Der 48-Jährige muss die GM-Massenmarke wieder zurück auf die Erfolgsspur bringen. Einen neuen Strategiechef soll es nicht geben.

Dagegen kehrt Mark Adams, Executive Director für das weltweite Design der Marken Buick und Cadillac, in seiner Rolle als GME Vice President Design nach Deutschland zurück. "Damit verstärken wir den Fokus auf Synergien für die Marken Opel/Vauxhall und Buick", sagt Neumann.


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Ulrike App
Ulrike App

ist bei W&V Online für Digitalthemen zuständig. Und das hat nicht nur mit ihrem Nachnamen zu tun, sondern auch mit ihrer Leidenschaft für Gadgets und Social Media. Sie absolvierte vor ihrer Print-Zeit im Marketing-Ressort der W&V die Berliner Journalisten-Schule und arbeitete als freie Journalistin.



3 Kommentare

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Anonymous User 27. Juni 2013

..."der Marke neuen Glanz verleihen"...das klingt doch nach "Zukunft durch Herkunft". ;-)

Anonymous User 27. Juni 2013

Nicht alle Probleme kann man mit Marketing lösen.

Opel hat bisher Glück, dass Dacia so geschmäht wird. Das wird sich aber wohl noch weiter ändern.

Die Leute merken auch langsam, dass es quatsch ist "deutsche Autos" zu kaufen um unsere Wirtschaft unterstützen zu wollen.

Und letzten Endes muss sich der Durchschnittsverdiener mit seinen 1500€ netto auch langsam eingestehen, dass er nach Abzug seiner exorbitanten Mietkosten und den 200€ privater Altersvorsorge einfach keine Chance hat, sich Neuwagen für 20.000€ anzusparen, wenn er nochmal irgendwann ein Haus in Pendlerreichweite am Arm von Irgendwo erstehen will.

Anonymous User 27. Juni 2013

Glückwunsch, Opel! Da haben die Entscheider aber ganz bestimmt einen Glücksgriff getan. Opel sehe ich nun durchaus auf dem Weg zu einer Premium-Marke.
Tina Müller hat Henkel nachhaltig in die Erfolgsspur gebracht. Ihrem Wunsch, nach Kündigung zu einem Mitbewerber zu wechseln, haben die furztrockenen Henkel-Paragraphenreiter einen Riegel vorgeschoben.
In der Zeit, wo Menschen mit Menschen zusammen große Ziele entwickelten und erreichten, wäre man Tina Müller außerordentlich dankbar für ihre Verdienste um das Persilunternehmen gewesen. Heute erklärt der "große Vorsitzende" Kasper (nomen est omen?) Rorsted, in einem unangemessen langen Interview der "Rheinische Post" vom 22.06., dass bis 2016 "150 Henkel-Marken vom Markt verschwinden". Konrad Henkel würde sich im Grabe umdrehen. Dass Journalisten wie Sven Gösmann, Antje Höning und Reinhard Kowalewski diesem Interview solch großartige und wichtige Erkenntnisse entlocken, erfüllt mich irgendwie mit Ehrfurcht. Genauer gesagt: Lässt mich schaudern. Habt ihr mal wieder was für die Anzeigenabteilung getan?

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