Absatz 2015 :
Opel wächst jetzt schneller als VW

Die Opel-Kampagne "Umparken im Kopf" gilt als bahnbrechend und gewann im vergangenen November einen Gold-Effie. Aber steigt mit dem Engagement von Marketingvorstand Tina Müller auch der Umsatz? Ein Vergleich mit VW.

Text: W&V Redaktion

06. Jan. 2016 - 11 Kommentare

Die Opel-Kampagne "Umparken im Kopf" gilt als bahnbrechend und gewann im vergangenen November einen Gold-Effie. Aber steigt mit dem Engagement von Marketingvorstand Tina Müller auch der Umsatz?

Opel selbst zeigt sich mit dem Geschäftsjahr 2015 hochzufrieden. Mit mehr als 229.000 PKW-Neuzulassungen habe man "das beste Verkaufsergebnis seit 2011" geschafft, heißt es in einer Pressemitteilung. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Absatz demnach um 10.300 Autos oder 4,7 Prozent. Besonders gut lief der Golf-Konkurrent Astra, er sorgte etwa für ein Viertel der Neuwagenverkäufe. Das Kompaktmodell war im Oktober neu auf den Markt gekommen.

Im direkten Vergleich mit dem Konkurrenten VW verlieren die Opel-Zahlen auf den ersten Blick an Glanz. Denn wenn die von "Bild" vorab veröffentlichten Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes stimmen (woran in der Branche kaum jemand zweifelt), verbesserte sich die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns trotz des Abgasskandals und ohne Golf-Relaunch 2015 immer noch um respektable 4,4 Prozent (685.669 Neuwagen).

Die Diesel-Affäre kam im September ans Licht. Wegen unterschiedlich langer Lieferzeiten schlug die Verunsicherung der Kunden nicht sofort und ungebremst auf den Absatz durch. Im Dezember ergab sich schon ein anderes Bild. Hier stieg der VW-Absatz zwar noch um 2,5 Prozent, Opel schaffte dagegen ein Plus von 15 Prozent.

Im kommenden Frühjahr wollen die Rüsselsheimer den großen Abstand zu VW weiter verringern: Dann kommt die Kombi-Version des neuen Astra auf den Markt.

Zur Einführung des Astra auf der IAA 2015 hatte Antoni-Mitgründer André Kemper im Auftrag von Scholz & Friends noch eine letzte Opel-Arbeit abgeliefert:


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W&V Redaktion
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11 Kommentare

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Anonymous User 7. Januar 2016

Ich möchte gerne auf den Kommentar von Observer weiter unten eingehen.
Für eine Marke, deren Existenz vor gerade einmal 6 Jahren auf der Kippe stand, und die aus einem Jammertal kommt was das Image und den Absatz der Produkte betrifft, ist eine Steigerung von 4,7% eine phänomenale Leistung. Meine Gratulation an Frau Müller, Herr Neumann und die Opelmitarbeiter.

Und es sollte auch nicht verschwiegen werden, das andere Automarken ebenfalls massiv mit Tageszulassungen versuchen ihre vollen Autohöfe zu räumen, denn der europäische Markt ist weitgehend gesättigt. Es gibt Hersteller, die wären froh für eine "Vier" vor dem Komma.

Anonymous User 7. Januar 2016

@E. Armbruster Danke für die Ergänzung! (Die Zahlen hatte ich beim Schreiben des Artikels noch nicht....).

Anonymous User 7. Januar 2016

Um die Opel-Kampagne (den Gold-Effie und diesen Artikel) richtig einzuschätzen, hilft es wirklich, sich mal die Zahlen vom Kraftfahrt-Bundesamt anzuschauen:

"Bei allen deutschen Marken zeigte sich in der Neuzulassungsbilanz 2015 ein positives Vorzeichen.

Deutliche Zuwächse im zweistelligen Bereich wies die Neuzulassungsstatistik für Smart (+68,7 %),
Mini (+19,7 %) und
Porsche (+17,1 %) aus.

Zuwächse im einstelligen Bereich gab es für
Ford (+7,4 %),
Mercedes (+5,3 %),
Opel (+4,7 %),
VW (+4,4 %),
BMW (+4,3 %) und
Audi (+3,7 %)."

(Quelle: http://www.kba.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2016/Fahrzeugzulassungen/pm01_2016_n_01_16_pm_komplett.html)

Anonymous User 7. Januar 2016

Zu meinen Junior-Tagen gab's für sowas 'nen Fachbegriff:

NEGER VOR HÜTTE.

Anonymous User 7. Januar 2016

@Scholz Das ist nicht ganz so eindeutig, wie Sie es darstellen. Dass Scholz & Friends immer den Lead-Etat und die kreative Führung hatte, ist unbestritten. Opel selbst erklärte: "André Kemper zeichnet für Idee und Umsetzung der Astra-Kampagne verantwortlich, die er im engen Schulterschluss mit Scholz & Friends umsetzte". http://media.gm.com/media/de/de/opel/news.detail.html/content/Pages/news/de/de/2015/opel/09-07-quantensprung.html

Anonymous User 6. Januar 2016

Hallo Herr Zimmer, bitte korrigieren: Mit dem "Quantensprung" hat André Kemper absolut nichts zu tun, es ist eine reine Scholz&Friends-Arbeit, das müssten Sie eigentlich auch wissen, es wurde letzten Sommer schon mehrfach richtiggestellt.

Anonymous User 6. Januar 2016

So soll es auch sein, bei einem Aufprall entschließt die Verrieglung selbsttätig damit die Hilfeleister sofort rein gehen können. Also mal „Umparken“ Daniel.

Anonymous User 6. Januar 2016

Bravo, Frau Müller! Und ein Bravo für Opel für den Mut zu dieser Kampagne. Da kann sich manch ein Unternehmen eine Scheibe abschneiden, was das Vertrauen in und die Unterstützung für das Marketing angeht!

Anonymous User 6. Januar 2016

Ach wie schön: Opel wächst um 4,7%, leider hat der Markt ein Wachstum von 5,6%....man konnte nicht einmal mit der Marktdynamik mithalten, trotz Umparken im Kopf, auch das Umparken auf den Händlerstellplätzen hat nichts geholfen( vom Neuwagen zur Tageszulassung; Opel hat einen sehr hohen Anteil an Tageszulassungen/Eigenzulassungen)...

Anonymous User 6. Januar 2016

Wo soll da eine Türverriegellung aufgegangen sein?

Anonymous User 6. Januar 2016

Hält die Werbung was sie verspricht? Nach dem Aufprall scheint die Türverriegelung aufgegangen zu sein, oder man hat es in der Studioaufnahme vergessen zu schließen. Wie innovativ Opel ggü. dem Wettbewerb ist wird sich zeigen, wenn sie wirklich eine Oberklasse-Version auf den Markt bringen...

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