Otto rüstet sich für Kampf gegen Amazon

Mit dem Umbau seiner Konzernstruktur und einem Sparprogramm reagiert der Versandriese Otto auf die zunehmende Konkurrenz im Internet. Künftig führt Konzernvize Rainer Hillebrand den wichtigen Bereich E-Commerce und koordiniert die Online-Geschäfte. Der Otto-Versand erhält erstmals eine eigene Geschäftsleitung.

Text: Frauke Schobelt

12. Jun. 2012

Der Otto-Konzern reagiert mit einem Umbau seiner Strukturen auf die zunehmende Konkurrenz im Internet. Das Führungsgremium wird verkleinert, ab August führt mit Konzernvize Rainer Hillebrand ein eigener Vorstand den wichtigen Bereich E-Commerce des gesamten Konzerns. Der Otto-Versand macht mittlerweile drei Viertel seines Umsatzes im Web, doch starke Konkurrenz wie Amazon, Zalando sowie Zara und H&M sorgt für sinkende Marktanteile.

Ein Grund sind laut einer Analyse der "Financial Times Deutschland" die vielen kleinen Online-Shops des Versenders, die nun gebündelt werden. Hillebrand wird alle E-Commerce-Geschäfte koordinieren, damit es zu einem besseren Erfahrungsaustausch kommt. Dafür gibt er die Verantwortung für den Otto-Versand ab. Künftig übernimmt Konzernvorstand Alexander Birken die strategische Weiterentwicklung des Otto Versands sowie der Töchter Baur und Schwab. Der Otto-Versand bekommt dafür erstmals eine eigene Geschäftsleitung, bisher wurde dieser Bereich vom Vorstand nebenher geführt. Sprecher ist Alexander Birken, unterstützt wird er von Michael Heller, der dafür seinen Platz im Vorstand aufgeben muss.

Die kleineren Versand-Töchter Baur und Schwab büßen einen Teil ihrer bisherigen Eigenständigkeit ein. Sie müssen ihr Sortiment stärker abgrenzen, werden aber organisatorisch enger eingebunden. "In Zukunft wird es in Deutschland wahrscheinlich nur noch zwei große Onlineanbieter mit Universalangebot geben: Amazon und Otto", sagte Aufsichtsratschef Michael Otto der "Berliner Zeitung". Baur und Schwab seien zu klein für einen Universalversender und würden deshalb zu Spezialanbietern entwickelt.

Der Umbau ist Teil des Spar-Programms "Fokus Zukunft", das seit Wochen für Unruhe im Konzern sorgt. Denn erstmals sind im erfolgsverwöhnten Vorzeigeunternehmen auch Kündigungen nicht ausgeschlossen.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



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