Markenstrategie :
P&G-Marketingchefin Blum: "Wenn wir unseren Job gut machen, bleibt der Markenkern gleich"

Im Exklusivinterview mit W&V verrät Europa-Marketingchefin Sophie Blum, wie P&G Produktpolitik, Marketingkommunikation und Mediastrategie aus dem Kern der Marke ableitet. Wertvolle Insights für Markenstrategen.  

Sophie Blum ist P&Gs Marketingchefin für Europa.
Sophie Blum ist P&Gs Marketingchefin für Europa.

P&G ist der wohl größte Werbungtreibende der Welt. Rund 7,2 Milliarden Dollar hat das Unternehmen 2015 laut Statista für Werbung ausgegeben. Doch nicht die Werbemasse alleine macht das Unternehmen so erfolgreich. Der Konzern setzt auf starke Markenkerne. Denn P&G glaubt: Produkte überzeugen nur, wenn Funktionalität und emotionale Botschaft eine Einheit bilden. Wie das geht, erzählt Sophie Blum, die Europa-Marketingchefin von P&G im W&V-Exklusiv-Interview. Sie ist eine wahre Expertin für die Technik hinter der P&G-Produkten. 

Dass P&G den Nutzen hinter seiner Produkttechnik betont, kann auch mit dem Wettbewerb zu tun haben: Start-ups wie der Onlineversand für Rasierklingen Dollar Shave Club (DSC) sind eine ernstzunehmende Konkurrenz für den Konsumgüterriesen. Und das gerade, weil sie die Produktfeatures von Platzhirschen wie der P&G-Marke Gillette als belanglosen Schnick-Schnack veralbern. DSC hat damit sogar Werbung gemacht. Mittlerweile wurde das Start-up zwar von Unilever gekauft, hat mit seiner authentischen Kommunikation aber Spuren im Markt hinterlassen.

Auch deshalb hat Procter & Gamble eine neues Konzept für die Markenkommunikation entwickelt: Das Konzept "Creative Canvas" ("kreative Leinwand"). Das ist so etwas wie die übergreifende Identität einer Marke, die sie über diverse Touchpoints zusammenhält und zugleich widerspiegelt. Ein Beispiel für dieses Vorgehen ist die Kampagne "Like a girl" für die Damenbinde Always. "Damit eine Marke funktioniert, braucht sie einen Kern", sagt Blum. Und der lautet bei Always: Frauen stark machen.Ohne tief greifendes Kundenverständnis kann ein solcher Markenkern nicht entstehen. Marketingchefin Blum bringt dabei nicht nur Kreativität mit Mediaplanung zusammen, sondern denkt sich in Gefühlswelten von Konsumenten hinein.

Mehr zur Marketingstrategie und dem Markenverständnis von Procter & Gamble lesen Sie in der Titelgeschichte der aktuellen W&V Nr. 16. Das Einzelheft können Sie hier bestellen. 

 


Autor:

Gabriella Maria Bassu
Gabriella Maria Bassu

schreibt im Ressort Marketing, schwerpunktmäßig über Handel, Lebensmittel und Getränke sowie Digitales. Als Bewegtbild-Verantwortliche ist sie Online vor allem hinter der Kamera unterwegs. Hat bei W&V und Kontakter volontiert. Ist ohne Rad und ausreichend Kaugummi nur ein halber Mensch.



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