Foto-Montage :
Peinliche Panne: Hakenkreuz auf Mercedes-Plakat

Mit Fotos von alten Autos und historischen Gebäuden wollte die Mercedes-Benz-Niederlassung Hamburg für ein Oldtimer-Treffen werben und in "schönen Erinnerungen schwelgen". Dumm nur, dass bei der Montage ein Hakenkreuz übersehen wurde.

Text: Frauke Schobelt

- 4 Kommentare

Augen auf bei der Montage: Die nostalgischen Fotos auf den Plakaten sollten für eine Oldtimer-Ausstellung bei der Mercedes-Benz-Niederlassung Hamburg werben. Doch drei Tage lang waren darauf in ganz Hamburg nicht nur schöne alte Autos und das historische Mercedes-Benz Gebäude in Wandsbek in den 30er Jahren zu sehen, sondern - bei genauerem Hinsehen - auch ein Hakenkreuz an der Werkstatt-Tür, wie die Zeitschrift "Autobild" schreibt. Besonders peinlich: Der Plakat-Text darunter weist auf "denkwürdige Ereignisse und Triumphe" der Vergangenheit hin, es gelte "ihnen zu huldigen und in schönen Erinnerungen zu schwelgen". 

Die Niederlassung bemühte sich um schnelle Schadensbegrenzung. Erst wurde das Nazi-Symbol auf den Plakaten geschwärzt, später tauschten Mitarbeiter die Plakate ganz aus. Auf den Einladungskarten ist das Hakenkreuz laut "Autobild" jedoch nach wie vor zu sehen. Bei dem Traditionshaus in Hamburg bedauert man den Vorfall: "Ein schlimmer Fehler, der durch nichts zu entschuldigen ist", sagte ein Sprecher gegenüber dem Auto-Magazin.

Auch im Jubiläumsvideo "100 Jahre" der Hamburger Niederlassung ist das Center in Wandsbek in den 30er Jahren zu sehen - allerdings ohne Hakenkreuz.


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.



4 Kommentare

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Anonymous User 7. November 2012

Ich denke zuerst an den Ärger, den der Vorstand den kleinen Grafikern jetzt macht, obwohl die hohen Herren es sicher ebenfalls "nichtgesehen" haben. - Sei es auch aus Werbersicht unglücklich, erst die Reaktion von Mercedes macht es zum Super-GAU. Richtig wäre gewesen: "Dass auch unser Unternehmen damals nicht gerade ein Hort des Widerstands war, war ein schlimmer Fehler und durch nichts zu entschuldigen." Falsch war: "Dass uns ein Stück Wahrheit durchgerutscht ist, ist ein schlimmer Fehler und ..." - Meine Herren, lasst mir bloß die kleinen Mitarbeiter in Ruhe. Eure sog. Entschuldigung stellt deren Lapsus in den Schatten.

Anonymous User 6. November 2012

was soll den so eine aufgeblasene Aufregung? Ja, in einer Szene ist im Hintergrund ein kleines Hakenkreuz zu sehen. Na und? Auf wievielen Fotos meiner Großmutter? Da wird sich teilweise über Unauthenzität von Werbung und beschönigende Welten aufgeregt. Und dann findet sich ein Hakenkreuz auf einem Tor in einer historischen Szene. Dadurch fühlt sich niemand verschmäht, jeder ist sich offensichtlich bewusst, dass es hierbei nicht um versteckte Botschaften geht. Das einzige was dieser Artikel zeigt, ist der immernoch paranoide Umgang mit der deutschen Vergangenheit.

Anonymous User 5. November 2012

Ja und?
Das sind 10 Jahre unserer Geschichte. Hakenkreuze sieht man ständig im TV.
Warum auf historischen Plakaten totschweigen?
Hat es da 10 Jahre lang keine Mercedes gegeben?
Blödsinn.

Anonymous User 5. November 2012

Na ja, man kann es auch übertreiben. "Bei genaueren Hinsehen"... mit Lupe und Co. den Nazis auf der Spur :-)

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