Wahlkampf :
Plakate zur Berliner Wahl: So werben die Parteien

Pickelhaube, "Berlin Speed" oder Kalauer: W&V Online zeigt die Plakatmotive zu den Berliner Landtagswahlen und verrät, welche Agentur dahintersteckt.

Text: Sebastian Blum

W&V Online zeigt die Plakatmotive zu den Berliner Landtagswahlen.
W&V Online zeigt die Plakatmotive zu den Berliner Landtagswahlen.

Wahlkampf in Berlin kann mitunter recht recht schräg werden - ein aktuelles Beispiel dafür ist das Kiffer-Plakat der AfD. Außenwerbung spielt gerade im Kampf um die Stimmen der Bürger eine nicht zu unterschätzende Rolle. Was jedoch nicht heißen muss, dass die Motive immer gelungen sind. Manchmal finden sich auch die "Wahlplakate from Hell", die der Politikberater und Blogger Martin Fuchs in schöner Regelmäßigkeit sammelt. W&V Online hat sich die Plakate der Parteien zu den Berliner Landtagswahlen 2016 angeschaut.

CDU Berlin 

Warum die Christdemokraten Berlin regieren sollten? Vielleicht, weil die Partei auf die Zugkraft der kleinen Ideen setzt. Diese Argumentation legt zumindest dieses Motiv nahe, mit dem die Partei um die Wählergruppe der Kleingärtner buhlt. Die verantwortliche Agentur ist Sultan aus Berlin.

SPD Berlin

Die Partei um den amtierenden Bürgermeister Michael Müller bietet wenig Überraschendes. Solide, ist vielleicht das richtige Urteil über die Plakatmotive der SPD Berlin. Passt aber wahrscheinlich zum Wahlkampf einer Regierungspartei. Die Motive gehen auf das Konto von Butter Berlin.

Piraten  

Im Berliner Länderparlament sind die Piraten momentan noch mit 15 Sitzen vertreten. Die Partei und ihr Spitzenkandidat Bruno Kramm setzen auf bunte und schrille Plakatwerbung. Die Motive haben die Piraten selbst entworfen.

Bündnis 90/Die Grünen 

Die Berliner Grünen vertrauen bei ihrer Plakatkampagne auf Dieckertschmidt, aber es gibt auch Ausnahmen wie das Motiv für die Kandidatin Jenny Neubert, das hausgemacht vom Bezirk ist:

Die Linke

Auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu schimpfen, hilft immer. Nicht nur in Berlin. Die Linke wünscht sich - vielleicht auch bewusst doppeldeutig - "Berliner Speed". Das Motiv geht auf das Konto der Agentur DiG | Trialon.

FDP

Der aktuelle Wahlspot der FDP Berlin ist ein Aufruf, auch in Zeiten des Terrors mutig zu bleiben und die eigenen Ängste nicht die Oberhand gewinnen zu lassen. Ihren Spitzenkandidaten Sebastian Czaja inszeniert die Partei als "Fortschrittbeschleuniger". Das Plakat hat Heimat entworfen, die Agentur zeichnet ebenfalls für den neuen Spot verantwortlich.

AfD

Homosexuelle gegen den Islam: Mit diesem Plakat hat die Berliner AfD viel Aufsehen erregt.

Auf sexistische Wahlwerbung setzt dagegen die Jugendorganisation der Partei Junge Alternative: AfD-Kandidat Gunnar Lindemann tweetet ein ein Motiv, das aus der Tabakwerbung der 80er-Jahre stammen könnte. Ob eine Agentur das Plakat als Auftragsarbeit entworfen hat, ist nicht bekannt. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Motiv in Eigenregie entstand. Laut Spiegel Online findet die AfD in Deutschland keine Werbeagentur.   

NPD

"Deutschland den Deutschen", diesen Slogan nutzen die Rechtsextremen auch in der aktuellen Kampagne. Dazu hat die Partei auch einen Satz auf Türkisch beigefügt, der übersetzt lautet: "Die Türkei den Türken". Das Motiv stammt von der NPD selbst.

Dieser NPD-Kandidat setzt hingegen auf Pickelhaube.

Plumpes, Skurriles, Schräges oder einfach Geschmackloses - unter "Wahlplakate from Hell" hat der Blogger Martin Fuchs weitere Plakatmotive gesammelt.