München :
Plant Ikea die nächste Innenstadt-Filiale?

Ikea sondiert in München Standorte für eine "kleine" Innenstadt-Filiale. Auch Aldi Süd kann sich mit einer Verkaufsflächen-Schrumpfkur anfreunden.

Text: Ulrike App

Ikea setzt auf Konzepte mit verkleinerte Verkaufsfläche.
Ikea setzt auf Konzepte mit verkleinerte Verkaufsfläche.

Der Händler Ikea liebäugelt mit einer Innenstadt-Filiale in München. Da gerade in den Metropolen immer weniger junge Menschen ein eigenes Auto besitzen, überlegt sich das Unternehmen den Kunden auf diese Weise den Möbelkauf zu erleichtern. Ikea hat dazu eine Studie bei der Technischen Universität München in Auftrag gegeben, um mögliche Standorte in der bayerischen Landeshauptstadt zu sondieren. Die Planspiele der Schweden stoßen nicht bei allen Parteien auf Begeisterung. Die Befürchtung: das Möbelhaus könnte zuviel Verkehr verursachen.

Diese kritische Stimmen aus der Politik, kennt dass Unternehmen bereits aus Hamburg Altona. Im Juni 2014 hatte Ikea dort einen Citystore mit einer Verkaufsfläche von rund 18.000 Quadratmetern eröffnet - nach vielen Diskussionen mit Anwohnern und Ladenbesitzern. Damals hatte sich Ikea dem Dialog gestellt. Als der Laden endlich die Türen öffnete, versuchte Ikea die Hamburger mit "Hej Nachbarn!"-Motiven (Agentur Grabarz & Partner) zu besänftigen. 

Traditionell ziehen die Möbelhäuser meist an den Stadtrand. Ikea passt sich jedoch zunehmend den örtlichen Gegebenheiten an - das zeigt sich auch in anderen Ländern. In Österreich hat das Unternehmen ein Gebäude am Wiener Westbahnhof gekauft, die nicht noch endgültig verabschiedeten Pläne sehen einen Shop ohne Lager vor. Die Kunden sollen die Produkte per Fahrrad oder per Bus und Bahn transportieren können - der Rest wird geliefert. 

Noch kleiner sind die Pick-up Points, die man unter anderem in Großbritannien, der Schweiz und in Italien findet. Dort können Kunden Ware abholen oder auch ordern. Ikea-Mitarbeiter bieten teilweise aber auch eine Planungsberatung an. Die Produktpalette direkt vor Ort ist sehr übersichtlich. 

Konzepte mit verkleinerten Verkaufsflächen machen nicht nur für Ikea Sinn. Einige Händler, die gewöhnt sind, ihre Filialen großzügig zu planen, freunden sich mit einer Schrumpfkur an. Aldi Süd begnügt sich in einer neuen Frankfurter Filiale mit 500 Quadratmetern. "Es gilt nicht mehr: ganz oder gar nicht. Um in Großstädten Kunden zu erreichen, sind wir zu Kompromissen bereit", so Stefan Kimmel, Geschäftsführer der Region Butzbach, gegenüber der Lebensmittelzeitung.


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Ulrike App
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ist bei W&V Online für Digitalthemen zuständig. Und das hat nicht nur mit ihrem Nachnamen zu tun, sondern auch mit ihrer Leidenschaft für Gadgets und Social Media. Sie absolvierte vor ihrer Print-Zeit im Marketing-Ressort der W&V die Berliner Journalisten-Schule und arbeitete als freie Journalistin.


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