Crossmedia Datenpuzzle zur Bundestagswahl :
Politische Überzeugungsarbeit mit Emojis

Deutschland hat die Wahl. Aber will das Land sie auch? Das aktuelle Crossmedia "Datenpuzzle" liefert kurz vor der Bundestagswahl 2017 Fakten zum politischen Interesse in Deutschland.

Text: W&V Redaktion

Am Sonntag wird sich zeigen, ob die Politik die drei Millionen Erstwähler erreicht hat.
Am Sonntag wird sich zeigen, ob die Politik die drei Millionen Erstwähler erreicht hat.

Deutschland hat die Wahl. Aber will das Land sie auch? Das aktuelle Crossmedia-"Datenpuzzle"* legt kurz vor der Bundestagswahl 2017 einen Finger auf den Puls der Nation und liefert Facts & Figures zum politischen Interesse in Deutschland.

Jung, weiblich, desinteressiert

Atomausstieg, Altersvorsorge, Zuwanderung: Polarisierende Themen gibt es auch bei dieser Wahl genug. Ob es die von der F.A.Z.-Initiative geforderten "80 % für Deutschland" an die Wahlurne schaffen, bleibt jedoch abzuwarten: 64 Prozent der Bevölkerung geben an, sich "mittelmäßig" bis "sehr stark" für Politik zu interessieren. 13 Prozent der Deutschen interessieren sich dagegen überhaupt nicht für Politik, 23 Prozent nur wenig; 46 Prozent der Frauen sind dabei politisch uninteressiert. Bei Personen mit Studium liegt der Anteil der politisch weniger Interessierten mit 12 Prozent deutlich unter dem Anteil der Personen mit einem starken politischen Interesse (30 Prozent).

48 Prozent der 18- bis 24-Jährigen geben zudem an, ein schwaches politisches Interesse zu haben. Nur 10 Prozent dieser Altersklasse bekunden ein starkes politisches Interesse. Im Jahr 2017 dürfen 3 Mio. Jungwähler erstmals ihre Stimme abgeben. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine Frage an Wichtigkeit: Haben die Parteien alles richtig gemacht, um die politisch desinteressierte Zielgruppe aufzuklären, zu informieren und schlussendlich für sich zu gewinnen?

Politik + Social Media = Like

Für die Mehrheit der jungen politisch Uninteressierten ist das Internet die allgemeine Hauptinformationsquelle (84 Prozent Ix. 111). 65 Prozent geben an, sich in den sozialen Medien über Dinge und Themen zu informieren, die ihnen wichtig sind. Mit der Entscheidung für eine Interviewserie auf dem YouTube Kanal „Deine Wahl“ haben Kanzlerin Merkel und ihr Herausforderer Schulz also bereits Punkte gemacht. Neben dem Download und Streaming von Filmen, Videos und Serien dient das Internet primär zur Nutzung von sozialen Netzwerken. Mit 69 Prozent ist Facebook wie gewohnt das Netzwerk mit dem größten Nutzerpotential. Instagram wird mit 35 Prozent (Ix. 262) und Snapchat mit 18 Prozent (Ix. 325) von den politisch Uninteressierten im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich genutzt. Ihr favorisiertes Endgerät für die Internetnutzung ist das Smartphone (56 Prozent Ix. 233). 71 Prozent der jungen Uninteressierten sind zudem der Meinung, dass Emojis dabei helfen, den Inhalt von Nachrichten besser verständlich zu machen. Aber was will uns Frau Merkel mit ihrem liebsten Emoji – dem klassisch lächelnde Smiley – sagen?

Im Zentrum der Macht

66 Prozent der Berliner geben an, sich von Politik und Politikern nicht angemessen vertreten zu fühlen. Entsprechend müssen die Parteien auch in Berlin trotz der Nähe zum Zentrum der Macht Überzeugungsarbeit leisten. Aber wie können die Berliner erreicht werden?

Der gemeine Hauptstädter nutzt besonders Straßenbahn und U-Bahn überdurchschnittlich oft (mehrfach pro Woche: 29 Prozent Ix. 328). Perfekter Touchpoint also für die Parteien, um Out of Home Wählerstimmen zu gewinnen. 35 Prozent der Berliner geben zudem an, Plakate in Bahnhöfen oder auf Bahnsteigen zu beachten (Ix. 197). Ob Frau oder Mann spielt dabei übrigens keine große Rolle: 66 Prozent der Berliner stimmen der Aussage "Wir leben im 21. Jahrhundert, Menschen sollten endlich akzeptieren, dass es mehr Geschlechter als Mann und Frau gibt" zu. Bei so viel Offenheit (positive Persönlichkeitsmerkmale 9 Prozent Ix.143) ist es nicht verwunderlich, dass 6 Prozent der Berliner, und somit doppelt so viele wie vergleichsweise im gesamten Bundesgebiet, angeben, homosexuell zu sein. In Puncto Homoehe hätte Merkel in Berlin also wenig Rückendeckung, denn 75 Prozent der Berliner sind für eine rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Lebenspartnerschaften.

„Unser Land geht vor die Hunde!“

42 Prozent der Berliner sind der Meinung, dass "unser Land vor die Hunde geht". Ob das an den vielen Hundehaufen liegt, die wie Tretminen die Bürgersteige der Hauptstadt pflastern? Laut dem "statistischen Jahrbuch 2017 Berlin" leben in Berlin rund 102 Tsd. Hunde. Was die mit der Wahl zu tun haben? 39 Prozent der Berliner geben an, eher "Hundefreund" als "Katzenfreund" zu sein. 30 Prozent der Berliner Hundefreunde geben zudem an, sich sehr stark für Politik zu interessieren.  

*Mit dem "Crossmedia Datenpuzzle" bietet die Düsseldorfer Mediaagentur Crossmedia auf W&V Online regelmäßig eine Kurzanalyse zu Themen des aktuellen Zeitgeschehens. Grundlage jedes "Datenpuzzles" sind bevölkerungsrepräsentative Daten aus "YouGov Profiles", einem Marktforschungsprodukt zur Analyse und Segmentierung von Marken und Zielgruppen. Die Daten werden dabei in Beziehung zueinander gesetzt.


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