Doch die Botschaft rückte angesichts der Gefährdung der Menschen im Stadion in den Hintergrund. Für alle Gegner von Greenpeace und Klimapolitik ist diese missglückte Aktion gefundenes Fressen. Der CDU-Politiker Friedrich Merz etwa forderte auf Twitter, die Gemeinnützigkeit von Greenpeace zu überprüfen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kündigte Konsequenzen an. "Das wird genau behandelt, das sind klare Verstöße", sagte er dem Bayerischen Rundfunk.

Die Europäische Fußball-Union UEFA sprach von einer "rücksichtslosen und gefährlichen Aktion", die schwerwiegende Folgen für viele Menschen hätte haben können. Auch der Deutsche Fußball-Bund verurteilte den Protest.

Gute Quoten fürs ZDF

Der EM-Auftakt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft hat dem ZDF erwartungsgemäß die bisherige Top-Quote bei dem paneuropäischen Turnier beschert. 22,55 Millionen Zuschauer sahen ab 21.00 Uhr die 0:1-Niederlage gegen Weltmeister Frankreich. Der Marktanteil für den öffentlich-rechtlichen Sender lag bei 67,4 Prozent - das heißt, dass zwei von drei Fernsehzuschauern zu der Zeit Fußball geschaut haben.

Die Einschaltquote lag allerdings unter dem Wert des Auftaktspiels der Deutschen bei der EM vor fünf Jahren in Frankreich und bestätigte den Trend der bisherigen Übertragungen des diesjährigen Turniers.

2016 hatten in der ARD mehr als 26 Millionen Interessierte die erste Partie des DFB-Teams gegen die Ukraine (2:0) gesehen. Das entsprach einem Anteil von 68,5 Prozent. Allerdings sind die Quoten nur bedingt

vergleichbar: In diesem Jahr übertragt parallel auch der Anbieter Magenta TV die EM-Spiele; außerdem schauen mittlerweile viel mehr Menschen Fernsehen über das Internet - und diese Zuschauer sind bei der Quotenerhebung nicht dabei.

Die ZDF-Übertragung der ersten Dienstag-Partie in der deutschen Gruppe F zwischen Portugal und Ungarn (3:0) in Budapest lockte am Dienstag 6,44 Millionen Fans (Marktanteil: 34,4 Prozent) vor die Bildschirme. Mit solchen TV-Zahlen konnten die deutschen Frauen in ihrem Länderspiel am Nachmittag gegen Chile (0:0) in Offenbach nicht mithalten. 1,58 Millionen Zuschauer (17,5 Prozent) wollten das Spiel im ZDF sehen.



Franziska Mozart
Autor: Franziska Mozart

arbeitet als freie Journalistin für die W&V. Sie hat hier angefangen im Digital-Ressort, als es so etwas noch gab, weil Digital eigenständig gedacht wurde. Heute, wo irgendwie jedes Thema eine digitale Komponente hat, interessiert sie sich für neue Technologien und wie diese in ein Gesamtkonzept passen.