Anja Janotta sieht das anders:

Contra Liechtenstein

Edeka muss zwei Wege fahren, um sein Kommunikationsziel zu erreichen. Die Zielgruppe im Web ist nicht gleichzusetzen mit einer Zielgruppe, die abends vor dem Fernseher sitzt. Natürlich erreicht Edeka im Netz die Jungen, die sich von dem Supermarkt um die Ecke auch ein bisschen was Knalligeres und Geileres erwarten als das weichgespülte alte  "Wir lieben Lebensmittel."

Aber auch wenn mittlerweile beachtliche fünf Millionen Nutzer das Youtube-Original angeklickt haben - die Alterspyramide von Edekas Zielgruppe reckt sich höher als bis zu den Mittdreißigern. Und in diesen höheren Regionen, besonders bei den Familien und Senioren, geht es nicht um Marken-Attribute wie "cool" oder "verrückt" oder "geil", sondern um "vertrauenserweckend" und "sympathisch". Gerade ersteres ist schwer gewonnen und schnell verspielt.

Sollte Edeka dieses Markenvertrauen für ein paar mehr schnelle Klicks und ein bisschen mehr Ventilation aufgeben? Nicht, wenn der Viral wie alles im Social Web schneller abgelaufen ist als die Milch, in der Friedrich Liechtenstein in seinem Musikvideo badet.

Zum Mitreden - der zahme: TV-Spot "Blicke":

Und zum Vergleich - as Supergeil-Video mit Friedrich Liechtenstein: