Protestkampagne setzt Adidas unter Druck

Kurz vor den Olympischen Spielen sieht sich der Olympia-Sponsor Adidas in Großbritannien erneut mit massiven Vorwürfen von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften konfrontiert. Es geht um die Arbeitsbedingungen bei asiatischen Lieferanten.

Text: Markus Weber

07. Jun. 2012

Kurz vor den Olympischen Spielen, die Ende Juli in London beginnen, sieht sich der Olympia-Sponsor Adidas in Großbritannien erneut mit Vorwürfen von Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften konfrontiert. Die globalisierungskritische Organisation War on Want hat jetzt ein Video veröffentlicht, in dem eine Frau aus London die Geschichte einer Arbeiterin aus einer asiatischen Fabrik eines (angeblichen) Adidas-Zulieferers erzählt.

Die Frau spricht unter anderem davon, dass ihr Chef sie ins Gesicht geschlagen habe und dass sie so lange arbeiten müsse, dass sie ihre eigenen Kinder kaum mehr zu Gesicht kriege. Das Motto der Kampagne gegen Ausbeutung (hier geht's zur Kampagnen-Website) lautet: "Exploitation - It's not o.k. here. It's not o.k. anywhere". Sie wendet sich gegen Armutslöhne und exzessiv lange Arbeitszeiten.

Auch die Aktion PlayFair 2012, die von mehreren Gewerkschaften unterstützt wird, macht im Vorfeld der Londoner Olympiade auf die schlechten Arbeitsbedingungen bei den Lieferanten internationaler Sportartikelhersteller in Asien aufmerksam.

Bei Adidas heißt es in diesem Zusammenhang, viele Behauptungen seien falsch. Dennoch werde man allen Vorwürfen umgehend nachgehen. "Wir setzen uns für den Schutz der Arbeiterrechte sowie für gerechte und sichere Arbeitsbedingungen in den Fabriken unserer weltweiten Lieferkette ein", versichert das Unternehmen.


Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.



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