Strategie :
Puma verdoppelt Gewinn und greift an

Für Puma läuft es wieder. Seinen Gewinn hat der Sportartikelhersteller 2017 mehr als verdoppelt. Jetzt folgt eine Partnerschaft mit dem AC Milan. Und eine neue Marken-Strategie.

Text: Rolf Schröter

Auf Angriff: Puma und sein CEO Björn Gulden
Auf Angriff: Puma und sein CEO Björn Gulden

Der Sportartikelhersteller Puma hat glänzende Zahlen vorgelegt. Es geht um das vierte Quartal 2017: Erstmals übertrifft das Unternehmen aus Herzogenaurach die Umsatzmarke von vier Milliarden Euro. Auch die Profitabilität ist Spitze. Das operative Ergebnis (EBIT) hat sich mehr als verdoppelt: von 14 Millionen Euro im Vorjahr auf 30 Millionen Euro.

Schuhe als Motor

Das ist ein Plus von 8,6 Prozent. Die Schuhe sind die Haupttreiber des Wachstums. die Umsätze in diesem Bereich stiegen währungsbereinigt um 23,5 Prozent. Schuhe aus den Kategorien Running und Training sowie Sportstyle erzielten die höchsten Wachstumsraten. Lewis Hamilton steht in der 24/7 Trainingskampagne für den neuen Ignite Flash Schuh. Auch bei Frauen kommen die Styles Heart, Fierce und Platform gut an.

Werbung zieht

In der Vergangenheit hatte sich Puma zu sehr in die Bereiche Mode und Lifestyle verrannt. Inzwischen wird Puma wieder stärker als Sportmarke wahrgenommen. Dafür sorgten nicht zuletzt prestigeträchtige Werbedeals und Kooperationen mit US-Stars wie Rihanna und Selena Gomez.

Ziel: USA

Puma-CEO Björn Gulden hält das Unternehmen mittlerweile für stark genug, bei den traditionellen US-Sportarten mitzumischen. "Wir arbeiten daran, auch in den USA sichtbarer zu werden", sagt Gulden. Ziel sind Artikel rund um die Sportarten American Football, Basketball und Baseball. In diesen Bereichen heißen die Platzhirsche momentan Nike, Adidas und Under Armour.

Tempo durch Unabhängigkeit

Was Puma bei seinem Sprint zudem helfen dürfte: Hauptaktionär Kering zieht sich aus dem Sportbereich zurück und konzentriert sich auf das Luxusgeschäft mit seinen Marken Gucci und Brioni. Die Franzosen hielten 86 Prozent der Puma-Aktien. Dieser Anteil soll auf 16 Prozent sinken. Puma wird damit zu einem unabhängigen Unternehmen mit einem Streubesitz von rund 55 Prozent der Aktien. Die Artemis-Holding von Kering-Chef Francois-Henri Pinault will 29 Prozent an Puma behalten.

Diese Entwicklung, so Puma-Chef Björn Gulden, bedeute letztlich schnellere Entscheidungen. "Damit werden wir Puma zur schnellsten Sportmarke der Welt machen", so Gulden.

Auch für Fußballfans gibt es interessante Neuigkeiten. Zwar ist das von Puma ausgerüstete Italien nicht bei der Weltmeisterschaft im Juni mit dabei. Folglich fehlen die Umsätze aus den Verkäufen der Azzurri-Shirts. Aber dafür hat Puma jetzt eine langfristige Partnerschaft mit dem italienschen Club AC Milan bekanntgegeben. Mit 18 internationalen Titeln, darunter sieben Champions-League-Siegen, gehört der 119 Jahre alte AC Mailand zu den stärksten Fußballclubmarken der Welt.


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Rolf Schröter
Rolf Schröter

Als Leiter des Marketing-Ressorts der W&V und neugieriger Kurpfälzer interessiert sich Rolf Schröter prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders mag er, was mit Design und Auto zu tun hat.