Kritik an Werbekampagne :
Rechte rufen zum ADAC-Boykott auf

Die Heimat- und Identitätsdebatte ist an ihrem Nukleus angekommen: Autos und Gartenzwerge. AfD-Politiker rufen wegen der ADAC-Kampagne zum Club-Boykott auf. Ernsthaft.

Text: Markus Weber

Diese Szene aus dem ADAC-Spot können Rechtsaußen-Politiker offenbar gar nicht ab.
Diese Szene aus dem ADAC-Spot können Rechtsaußen-Politiker offenbar gar nicht ab.

Der Verkehrsclub ADAC will weg von seinem jahrzehntealten Vereinsimage als ALLGEMEINER DEUTSCHER AUTOMOBIL-CLUB.

Deshalb wirbt er in seiner neuen Kampagne mit Sätzen wie (W&V berichtete vor zwei Wochen):

"Wir sind nicht allgemein. Wir sind für jeden anders. Weil jeden etwas anderes bewegt."

"Wir sind nicht deutsch. Wir sind überall. Wir sind unterwegs."

"Wir sind nicht automobil. Wir sind einfach so mobil."

Im Spot setzt die neue ADAC-Agentur Grabarz & Partner auf Kurz-Einstellungen und schnelle Schnitte. Dabei ist unter anderem ein explodierender Gartenzwerg zu sehen. Diese Sequenz samt der Zeile "Wir sind nicht deutsch" scheint gerade für Zeitgenossen mit Identitätsproblemen jedoch schwer erträglich zu sein.

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Jedenfalls sorgt die Kampagne im Netz für hitzige Diskussionen und AfD-Politiker wie der Bundestagsabgeordnete Frank Pasemann rufen zum ADAC-Boykott auf: "Der ADAC sollte in Zukunft ohne Deutsche weitermachen", meint der Abgeordnete in seinem Tweet:

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Im Gespräch mit Turi2 bestritt ADAC-Geschäftsführer Alexander Möller, dass es infolge der Boykottaufrufe bereits zu Austritten gekommen sei.

Hier nochmal der ADAC-Spot in voller Länge:

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Autor:

Markus Weber, Redakteur W&V
Markus Weber

ist in der Online-Redaktion für Agenturthemen zuständig. Bei W&V schreibt er seit 15 Jahren über Werbeagenturen. Volontiert hat er beim Online-Marketing-Titel „E-Market“. 2010 war er verantwortlich für den Aufbau der W&V-Facebookpräsenz. Der Beinahe-Jurist mit kaufmännischer Ausbildung hat ein Faible für Osteuropa.