Diesel :
Reiche Porsche SE, arme Porsche-Fahrer

Die Halbjahreszahlen der Porsche SE sind glänzend. Der Umgang mit der Kundschaft der Porsche AG nicht. Betroffene Kunden dürfen nur mit dem Nötigsten rechnen.

Text: Rolf Schröter

Am Pranger: Der Porsche Cayenne
Am Pranger: Der Porsche Cayenne

1,9 Milliarden Euro Gewinn hat die Konzernholding Porsche SE im ersten Geschäftshalbjahr 2017 verzeichnet (Konzernergebnis nach Steuern). 94 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Porsche Cayenne Diesel hat einen Einstiegspreis von 70.663 Euro. Der Halbjahresgewinn der Porsche SE ist also umgerechnet so viel wert wie 26.888 Porsche Cayenne Diesel.

Am 27. Juli hat Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) einen Zwangsrückruf und einen Zulassungsstopp für den Porsche Cayenne angeordnet. Aber: Nur für den Porsche Cayenne mit dem 3-Liter-Dieselmotor.

Im Juni 2017 hat Porsche in Deutschland Laut Kraftfahrtbundesamt 322 Porsche Cayenne verkauft. Davon waren 33 Benziner, 21 Hybride und 268 hatten ein Diesel-Aggregat.

Von dem Zwangsrückruf sind laut Porsche in Deutschland 6.000 Fahrzeuge aus den Baujahren 2014 bis 2017 betroffen, europaweit 21.500.

Porsche rechnet damit, dass das Kraftfahrtbundesamt ein Software-Update genehmigen wird. Voraussichtlich im Herbst werden die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge von ihrem jeweiligen Porsche-Händler angeschrieben. Für den Werkstattbesuch, der vor Ort etwa eine Stunde dauern soll, ist keine finanzielle Aufwandsentschädigung der Porsche-Besitzer vorgesehen.

Wie geht es mit Porsche weiter? Laut eigener Einschätzung so: "Insbesondere aufgrund der Erwartungen des Volkswagen-Konzerns zu seiner künftigen Entwicklung und der weiterhin bestehenden Unsicherheiten in Bezug auf mögliche Sondereffekte in Zusammenhang mit der Dieselthematik geht die Porsche SE auf der Grundlage ihrer derzeitigen Konzernstruktur für das Geschäftsjahr 2017 weiterhin von einem positiven Konzernergebnis nach Steuern zwischen 2,1 Milliarden und 3,1 Milliarden Euro aus."


Autor:

Rolf Schröter
Rolf Schröter

Als Leiter des Marketing-Ressorts der W&V und neugieriger Kurpfälzer interessiert sich Rolf Schröter prinzipiell für alles Mögliche. Ganz besonders mag er, was mit Design und Auto zu tun hat.