Trotz entschlossener Ankündigungen der Politiker sei es bislang nicht einmal möglich, einen entsprechenden Antrag auf Staatshilfen zu stellen, monierte das Unternehmen. Die "KfW-Corona-Hilfe" zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen sei "zum jetzigen Zeitpunkt offenbar nicht verfügbar".  Die Bundesregierung hat ein unbegrenztes Kreditprogramm beschlossen, um angesichts der dramatischen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise die Liquidität der Firmen sicherzustellen. Die staatliche Förderbank KfW bietet den Geschäftsbanken je nach Programm an, 70 bis 80 Prozent des Kreditrisikos zu übernehmen. Das soll den Finanzinstituten die Vergabe von Darlehen erleichtern. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte zudem angekündigt, die Pflicht für Insolvenzanträge aussetzen zu wollen. "Wir wollen verhindern, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen nicht rechtzeitig bei ihnen ankommen", so Lambrecht.

Vapiano könnte nun also zum Präzedenzfall werden. Der Corona-bedingte Stillstand ist für Vapiano nur der Stoß, der ein fragiles Kartenhaus der Finanzierung zum Einsturz bringen könnte. Schon seit längerem schreibt die Kette rote Zahlen. In den ersten drei Quartalen 2019 wies die bundesweit einzige börsennotierte Restaurantkette bereits einen Verlust von 46,1 Millionen Euro aus und damit deutlich mehr als ein Jahr zuvor (minus 29,4 Millionen Euro). Jahrelang florierte das Geschäft der Kette, doch bei der Expansion übernahm sich das Unternehmen. Viele neue Restaurants wurden zu Verlustbringern. Hinzu kam, dass Konkurrenten wie L'Osteria stärker wurden - diese Kette setzt auf Bedienung am Tisch, bei Vapiano hingegen müssen sich die Gäste das Essen selbst am Tresen bestellen und holen.