Abgelaufene Lebensmittel :
Rewe und AEZ: Kostenloses Food-Sharing im Supermarkt

"Zu gut für die Tonne": Ein Rewe-Markt und AEZ-Filialen verschenken an Kunden Lebensmittel mit ablaufendem Mindesthaltbarkeitsdatum.

Text: Frauke Schobelt

Im AEZ in Fürstenfeldbruck können Kunden kostenlos Lebensmittel mitnehmen, deren Mindesthaltbarkeitsdatum an dem Tag abläuft.
Im AEZ in Fürstenfeldbruck können Kunden kostenlos Lebensmittel mitnehmen, deren Mindesthaltbarkeitsdatum an dem Tag abläuft.

Der Trend zum Food-Sharing kommt in den Supermärkten an. In einem Rewe-Markt in Bad Brückenau steht neuerdings ein eigenes Regal für Produkte mit abgelaufendem Mindesthaltbarkeitsdatum, wie das Portal Utopia berichtet. Kunden können Lebensmittel aus dem "Food-Share-Regal" kostenlos mitnehmen. Und zwar so viel, wie sie wollen. Bei den Lebensmitteln ist das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen, sie sind aber noch unbedenklich genießbar.

Diesen Weg testet auch der Lebensmittelhändler AEZ. Wie der BR und "Merkur" berichten hat eine Filiale in Fürstenfeldbruck ein Pilotprojekt gestartet und bietet in einem großen Regal hinter dem Kassenbereich kostenlos Lebensmittel an, deren Mindesthaltbarkeitsdatum in Kürze abläuft. Auch dieser Markt beteiligt sich damit an der Initiative gegen Lebensmittelverschwendung "Zu gut für die Tonne!" des Ministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Das Konzept komme bei den Kunden so gut an, dass es bis zum Frühjahr 2018 auf alle elf AEZ-Märkte ausgerollt werden soll, so AEZ-Geschäftsführer Udo Klotz

Theoretisch dürfen Supermärkte abgelaufene (MHD) Lebensmittel noch verkaufen, wie Anwalt Martin Kieffer, Experte für Lebensmittelrecht, in einem Gastbeitrag für die "Lebensmittel-Zeitung" erklärt. Es gilt aber eine erhöhte Sorgfallspflicht, die Lebensmittel müssen unbedenklich und "sicher" sein und der Kunde muss deutlich auf den Ablauf des MHD hingewiesen werden. Laut EU-Recht geht nach Ablauf des MHD die Haftung auf den Herausgeber (z.B. ein Supermarkt oder auch die Tafeln) über. Deshalb werden abgelaufene Lebensmittel in der Regel nicht verkauft und gespendet, sondern landen im Müll. Dabei gibt ein Mindesthaltbarkeitsdatum nicht das Verfallsdatum an, die meisten Produkte sind deutlich länger essbar. 

"Es ist erfreulich zu sehen, dass immer mehr Supermärkte dieses Konzept ausprobieren", lautet das Fazit von "Utopia". So verschenkt auch ein Hieber-Markt in Baden-Württemberg abgelaufene Lebensmittel. Und mit Sirplus gibt es in Berlin einen kompletten Supermarkt für ausrangierte Lebensmittel.