Der Fokus liege auf Lösungen, die Verpackungen unnötig machen. "Aber auch der sparsamere Einsatz von Materialien und die Entwicklung innovativer, umweltfreundlicherer Verpackungsalternativen sind Optionen", sagt Maly. "Gleichzeitig möchten wir unseren Kunden ein Angebot unterbreiten, mit dem es leichtfällt, etwas für die Umwelt zu tun."

Die Tierschutzorganisation Nabu begrüßt  die Aktion. Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller: "Noch verbrauchen wir in Deutschland mehr als 220 Kilogramm Verpackungen pro Kopf und Jahr. Diese Zahl muss steil nach unten gehen. Dafür brauchen wir Vermeidungslösungen für alle Materialien, also auch Glas, Papier und Aluminium." Die Rewe-Aktion sei eine "umweltfreundliche Weichenstellung".

Plastikfrei - nicht ganz

Rewe erklärt Näheres zur Testphase: Einbezogen werden 107 Bio-Obst- und -Gemüsesorten - und nicht alle davon unverpackt. "Da Plastikverpackungen vor allem helfen, Frische, Qualität und Hygiene der Ware entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu sichern, werden bei dem Großversuch weiterhin beispielsweise einige hoch empfindliche Beerenfrüchte sowie frische Blattsalate wie Feldsalat oder Rucola geschützt", erklärt der Handelskonzern.

Weiterhin verpackt gibt es außerdem Produkte wie Kartoffeln und Zwiebeln, "die nicht einzeln mit einem Klebeetikett ausgezeichnet werden können, um die Unterscheidbarkeit zur konventionellen Ware zu gewährleisten". Hier aber versuche Rewe, möglichst umweltfreundlichere Kennzeichnungs- und Verpackungslösungen zu verwenden.

Ausgewertet wird, wie sich die jeweiligen Maßnahmen etwa auf die Frische und die Haltbarkeit der Produkte auswirken, wie praktikabel sie sind und ob sie vom Kunden angenommen werden.

Nach eigenen Angaben spart Rewe duch Verbesserung und Vermeidung bei Verpackungen bereits heute jährlich rund 7.000 Tonnen Kunststoff.

Rewe macht mit gut 3300 Märkten und 120.000 Mitarbeitern rund 21,2 Milliarden Euro Umsatz (2017). Die genossenschaftliche Rewe Group (Handel und Touristik) erzielte rund 58 Milliarden Euro.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.