Lebensmittelhandel :
Rewe will deutlich mehr Eigenmarken im Sortiment

Der Anteil der Eigenmarken im Sortiment von Rewe soll deutlich steigen. Das heißt auch: Vermutlich müssen Markenartikel im Regal Platz für die neuen Produkte machen. 

Text: Verena Gründel

570 Rewe-Bio-Artikel führt der Lebensmittelhändler. Dabei soll es nicht bleiben.
570 Rewe-Bio-Artikel führt der Lebensmittelhändler. Dabei soll es nicht bleiben.

Eigenmarken haben für Händler zwei riesige Vorteile: Sie haben eine höhere Marge, weil der Händler den Erlös nicht mit dem Markenartikler teilen muss. Außerdem hebt das exklusive Sortiment ihn von der Konkurrenz ab. Gerade im Handel mit schnelldrehenden Gütern, der von großer Konkurrenz, hohem Preisdruck und niedrigen Margen geprägt ist, werden sie immer wichtiger. 

Aus diesen Gründen will Rewe den Eigenmarkenanteil von 24 Prozent in 2017 auf 30 Prozent steigern. Das berichtet die Lebensmittelzeitung. Aktuell hat der Händler rund 6000 eigene Produkte im Sortiment, von Marken wie Beste Wahl, Feine Welt, Ja oder Rewe Bio. 

40 Prozent Wachstum von Rewe Feine Welt

Ein Viertel davon gehört allein zur Dachmarke Beste Wahl, 570 zu Rewe Bio. Das schnellste Wachstum unter den Eigenmarken verzeichnet die Premiumlinie Feine Welt. 2017 steigerte sie ihren Umsatz um ganze 40 Prozent.

Im Fokus der Sortimentserweiterung stehen vor allem trendige Produkte. Innerhalb von drei bis fünf Monaten könne ein neues Produkt auf dem Markt sein, zitiert die LZ den Eigenmarkeneinkäufer Jan-Peer Brenneke. Es sei das Ziel, "ein breites Sortiment über alle Warengruppen hinweg" anzubieten. Auch visuell will Rewe die Attraktivität des Eigenmarkensortiments erhöhen. Deshalb erhält das Biosortiment zurzeit ein neues Design. Außerdem wurden die Verpackungen vieler anderer eigener überarbeitet.

Die Konkurrenz um den Regalplatz wächst

Für Markenartikler bedeutet die Entwicklung in Richtung mehr Eigenmarken vor allem eines: Die Konkurrenz um Kunden und Regalplatz wächst. Laut Rewe solle es, um Platz zu schaffen, zu Auslistungen kommen, die durchaus auch Markenartikel treffen könnten. 

Wie W&V Anfang 2018 berichtete, überarbeitet Rewe außerdem die Rezeptur vieler Eigenmarkenprodukte, um den Anteil von Zucker und Salz zu reduzieren. Ein Verbrauchertest  zeigte, dass die Konsumenten Schokopudding mit 30 Prozent weniger Zucker sogar leckerer finden als das Ausgangsprodukt. Im Mai kam der neue Pudding in die Läden. 


Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.