Dass sich Rezo damit nicht zufriedengibt, sondern auf andere Weise in den Wahlkampf eingreift, hätte man sich denken können. Sein neues Video lehnt sich zumindest dem Titel nach an den Vorgänger an: "Zerstörung Teil 1: Inkompetenz". Die konkreten Beispiele, an denen Rezo sich abarbeitet, sind im Wesentlichen bereits bekannt, spannen aber doch nochmal kompakt einen Bogen zwischen verschiedenen Themen, die insbesondere Junge interessieren - inklusive Uploadfilter, Ernährung, Umweltschutz und Tierwohl.

Als Einstieg wählt er die aktuelle Hochwasserkatastrophe. Dem CDU-Vorsitzenden Laschet wirft er den Lacher am Rande des Auftritts von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in den Hochwassergebieten vor ("inakzeptabel"). Zudem brandmarkt er, dass das Social-Media-Team der von Laschet geführten nordrhein-westfälischen Landesregierung Bilder von dessen Besuch in den betroffenen Gemeinden verbreitet habe, während der Ministerpräsident selbst gesagt habe, er wolle damit keine Bilder produzieren. Am härtesten greift er den Kanzlerkandidaten an, weil dieser im ARD-Sommerinterview gesagt hatte, im Wahlprogramm stehe keine einzige Steuerentlastung, außer es sei später für kleine und mittlere Einkommen finanzierbar - obwohl es dort heißt, dass Unternehmen von Steuern und Bürokratie entlastet werden sollen.

Laschet habe also entweder "gelogen" oder sei "todeslost inkompetent", was so viel heißt wie: unrettbar unfähig.

Daneben kritisiert Rezo Scheuer wegen der Milliardenkosten für die gescheiterte Pkw-Maut ("offensichtliche Verschwendung von Hunderten Millionen Euro") und Klöckner etwa, weil sie sich werbend über den Lebensmittelkonzern Nestlé und die nach dessen Angaben zuckerreduzierten Produkte geäußert hatte ("unfassbar inkompetent und unprofessionell"). Oder weil sie sich mit allen Mitteln gegen den Nutriscore gestemmt hat.

Die Grünen werden diesmal auch kritisiert, weil ein Kreisverband sich über die Männerlastigkeit der Union mokiert und das mit einem Damenfoto von Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und weiteren Frauen illustriert hatte - auf dem die Männer am Rande aber weggeschnitten waren. Für Rezo ist das ein "unnötiger Move" und "verkrampft".

Außerdem widmet sich Rezo den Themen Urheberrecht/Uploadfilter, Breitbandausbau, Digitalisierung, Repräsentanz von Frauen in den politischen Parteien, Mautdebakel und Plagiatsvorwürfe.

Am Ende betont Rezo, dass es ihm nicht "um lustige Fails" geht, sondern darum, dass sich in vielen Bereichen, etwa der Landwirtschaft, "sehr schnell sehr viel verändern muss".

Auf "Teil 1" soll noch eine Fortsetzung folgen.

Das ist das aktuelle Video:

am/mit dpa



Annette Mattgey, Redakteurin
Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt".