Aber wie gelingt eine positive Kommunikation, mit der wir langfristig und glaubwürdig unsere Mitarbeiter überzeugen und ihre Begeisterung und Loyalität entfachen? Es ist ein Zusammenspiel aus Emotion, Sprache und Authentizität, das darüber entscheidet, ob unsere Inhalte erfolgreich ankommen oder nicht. Nur wer die Klaviatur der Rhetorik beherrscht, überzeugt sein Gegenüber - egal auf welchem Kanal oder auf welcher Ebene. Wie das gelingt, erfahren Sie hier – in einer Art Mini-Crashkurs in Sachen Unternehmenskommunikation in sieben Schritten:

1)     Glaubwürdigkeit kommt von Glauben

Je authentischer und persönlicher der Inhalt übermittelt wird, desto glaubwürdiger, emotionaler und überzeugender kommt die Botschaft bei den Mitarbeitern an. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Ihre Botschaft Face-to-Face vermitteln oder via Video an Ihre Mitarbeiter senden. Viel wichtiger ist, dass Sie selbst von dem überzeugt sind, was Sie Ihren Mitarbeitern vermitteln wollen.

Suchen Sie sich deshalb vorab gezielt positive Punkte Ihres Konzepts heraus und nutzen Sie diese als Schwerpunkte Ihrer Rede. Wenn Sie selbst von etwas überzeugt sind, können Sie auch Ihre Zuhörer begeistern.

2)     Der erste Eindruck zählt

Der erste Eindruck entscheidet darüber, ob mein Gegenüber mich ernst nimmt, mich positiv oder negativ wahrnimmt, offen auf meine Meinung reagiert oder sie ablehnt. Überlegen Sie sich daher genau, wie Sie wirken wollen, welche Kleidung zu Ihrer Botschaft und zu Ihrem Gegenüber passt und in welchem Rahmen das Gespräch stattfindet.

Für Video-Konferenzen gilt darüber hinaus, den Bildausschnitt an den Anlass anzupassen – sprechen Sie mit Führungskräften oder Vorgesetzten, sind Sofa oder Garten nicht der richtige Rahmen.

3)     Kommunikation ohne Worte

Wir alle sprechen miteinander und transportieren dadurch bewusst oder unbewusst zahlreiche Botschaften in nur wenigen Sekunden: Neben der Rhetorik ist eine angespannte Körperhaltung ebenso eine Botschaft wie die hochgezogene Augenbraue, die geöffnete Handfläche, die Auswahl der Kleider und ihrer Farbe oder das dezente Parfüm. Wer erfolgreich Kommunizieren will, muss die Macht der verbalen und nonverbalen Sprache nicht nur kennen, sondern beherrschen. Wer sich seiner Wirkung auf andere bewusst ist, kann sie für seine Kommunikation gezielt einsetzen.

Ihr Körper hat seine eigene Sprache. Steuern Sie diese. Sitzen Sie aufrecht in Ihrem Bürostuhl und denken Sie daran, dass Sie bei jeder Änderung Ihrer Sitzhaltung auch die Wahrnehmung ihres Gegenübers verändern. Gerade bei Video-Konferenzen denken viele nicht daran, dass ihr Gesprächspartner auch durch die Kamera jede Veränderung wahrnimmt.

4)     Kommunikation auf Augenhöhe

Ein klarer, direkter Blick in die Augen vermittelt Selbstsicherheit und Überzeugungskraft. Mit einem festen Blickkontakt kann ein Redner seine Zuhörer an sich binden und die Aufmerksamkeitsspanne erhöhen. Wer sich hinter Zetteln oder Powerpointfolien versteckt, kann sein Publikum nicht begeistern. Wer die Inhalte seiner Rede nicht kennt, steht nicht hinter ihren Aussagen.

5)     Die Macht der Stimme

Haben Sie schon einmal Ihre Stimme bewusst eingesetzt? Vor allem Politiker beherrschen dieses Instrument perfekt: Donald Trump schreit seine Attacken gegen Konkurrenten förmlich ins Gesicht seiner Zuhörer und selbst Angela Merkel betont lautstark entscheidende Inhalte, wenn sie im Bundestag spricht.

Unsere Stimme hat großen Einfluss darauf, wie wir von anderen wahrgenommen werden. Klang, Stimmfarbe und -melodie entscheiden darüber, wie wir auf andere wirken und sind somit auch maßgeblich daran beteiligt, ob und wie unsere Botschaft bei unserem Publikum ankommt – ob wir kompetent wirken, welche Emotionen und Absichten wir transportieren und ob wir vertrauensvoll und ehrlich sprechen.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihre Stimme trainieren und lernen, dieses Werkzeug richtig einzusetzen.

6)     Gesten gezielt einsetzen

Bis zu 95 Prozent unseres Erfolgs oder Misserfolgs machen die Übereinstimmung von Gestik und Sprache aus. Stimmen diese beiden Faktoren nicht überein, ist die Glaubwürdigkeit dahin. Ein Grund mehr, seine Gestik gezielt einzusetzen und zu kontrollieren. Denn Ihr Körper verrät seinem Gegenüber auch ungewollt, ob Sie Begeisterung heucheln oder ob Sie an die Inhalte Ihrer Rede nicht glauben.

Unterstreichen Sie Ihre Aussagen mit passenden Gesten, um Ihre Botschaft in den Köpfen Ihrer Zuhörer zu verankern. Denken Sie daran, ihre Geste für einige Sekunden anzuzeigen – das verstärkt ihre Wirkung. Stimmt das Zusammenspiel von Sprache, Emotion und Gestik überein, zünden Sie Ihre Gesprächspartner regelrecht an.

Passen Sie Ihre Gesten zudem an die Größe des Publikums an: Je größer das Publikum, desto größer müssen die Gesten sein. Vermeiden Sie Gesten sozusagen sunterhalb der Gürtellinie, damit die Zuhörer den Blickkontakt zu Ihnen nicht verlieren.

7)     Kernaussagen richtig verankern

Neben der inhaltlichen Ausarbeitung können wichtige Aussagen auch durch rhetorische Stilelemente nachhaltig in den Köpfen der Zuhörer verankert werden. Die beiden wichtigsten Stilmittel dabei sind Pausen und Wiederholungen. Damit ermöglichen Sie es Ihren Zuhörern, den roten Faden Ihrer Rede zu verstehen und das Gesagte zu verankern. Das bloße Herunterspulen von Sätzen langweilt die Zuhörer in kürzester Zeit, da monotone Aneinanderreihungen keine Haltepunkte ermöglichen.

Sprechpausen sind ein starkes Mittel, um Ihr Publikum zu führen und zu faszinieren. Sie können sowohl zwischen zwei Sätzen als auch innerhalb eines Satzes eingesetzt werden. Ihr Vorteil: Sie geben dem Publikum Zeit, das Gehörte zu verarbeiten und richtig eingesetzt, können Sie die Wirkung Ihrer Worte enorm steigern. Wichtig ist, dass die Pause nicht länger und nicht kürzer als drei Sekunden andauert. Drei Sekunden wird von Ihnen zwar als lange, von Ihrem Publikum jedoch als angenehm empfunden. Eine kürzere Pause hingegen wird kaum wahrgenommen.

Mit Hilfe von Wiederholungen können Sie bestimmte Wörter oder Sätze betonen und verdeutlichen, dass diese Botschaft Ihnen besonders wichtig ist. Dadurch wird sich Ihr Publikum lange an diese Worte erinnern. Zahlen sind besonders gut für Wiederholungen geeignet, aber auch Adjektive wie Farben oder Gefühle sind gut für das Stilmittel der Wiederholung geeignet.

Fazit: Die Kunst der Rhetorik ist nicht zu Unrecht so alt wie die Odyssee oder Illias von Homer. Sie ist eine Kunstform und will als solche erlernt und ausgeübt werden. Erfolgreiche Redner brillieren nicht alleine durch Talent, sondern durch Erfahrung und vor allem durchFleiß. Wer mit seiner Rede überzeugen will, muss daher vor allem eines: üben, üben, üben. Und die Reaktion Ihres Publikums ist der beste Beweis für Erfolg oder Misserfolg Ihres Vortrags.



Autor: W&V Leserautor

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