Social-Media-Erfolg :
Ritter Sport spendet letzte Einhorn-Schoki an Kinder

Kluge Entscheidung: Ritter Sport erspart seinen beiden Läden einen weiteren Ansturm von Einhorn-Fans und verschenkt die restlichen Tafeln lieber an Kinderhilfsorganisationen. Offen bleibt, ob 2017 die Kultsorte wieder produziert wird. 

Text: Frauke Schobelt

Ritter Sport schließt das Kapitel "Einhorn" 2016 mit einer Spendenaktion.
Ritter Sport schließt das Kapitel "Einhorn" 2016 mit einer Spendenaktion.

Die Läden in Berlin und Waldenbuch müssen sich nun doch nicht für den letzten großen Ansturm rüsten. Ritter Sport wird dort im Dezember anders als geplant keine Einhorn-Schokolade mehr verkaufen. Stattdessen verkündet der Süßwarenhersteller am Donnerstag auf Facebook und in seinem Blog, dass der Rest der Kult-Schokolade an "mehrere Tausend" bedürftige Kinder verschenkt wird.

Eine kluge Entscheidung, die auf Facebook von den Fans positiv aufgenommen wird. Dort waren viele in den letzten Wochen nicht so gut auf Ritter Sport zu sprechen, zumindest diejenigen, die beim Verkauf der limitierten Social-Media-Sonderedition leer ausgingen. Mit solch einem Ansturm auf die von Fans inspirierte Sondersorte hatten Ritter Sport und die betreuende Agentur Elbkind nämlich nicht gerechnet, wie sie beteuern. Der Süßwarenhersteller ließ die beliebten Tafeln in Regenbogen-Glitzer-Verpackung sogar in doppelter Menge nachproduzieren. Aber auch das reichte nicht: Bei der zweiten Verkaufsaktion im November zwang der große Ansturm der Fans den Webshop erneut in die Knie.

In seinem Blog entschuldigt sich das Unternehmen für den Ausfall und erklärt das Webshop-Versagen so:

Glaubt uns, wir haben uns gut auf den zweiten Verkaufsstart vorbereitet: Server-Kapazitäten wurden massiv aufgestockt, mehr Maschinen gehostet, mehr Hard- und neue Software eingesetzt, zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt und noch viel mehr. Diese und weitere Maßnahmen haben jedoch dem erneuten Ansturm nicht standgehalten. Es gab zeitgleich Hunderttausende Zugriffe auf den Webshop, der sofort zusammenbrach, über den Tag waren es mehrere Millionen. Das sind 500 Mal so viele wie üblich.

Innerhalb kürzester Zeit war die Edition ausverkauft, viele der rosa Tafeln werden noch immer zu horrenden Preisen auf Ebay gehandelt. 

Mit der Spende an Kinderhilfsorganisationen will Ritter Sport nun lieber Freude statt weiteren Frust verbreiten: 

Wie bereits oben geschrieben, werden wir die letzten Einhorn-Tafeln Kindern schenken und 2016 keine weiteren Online- oder Offline-Verkaufsaktionen durchführen. Auch aufgrund des Wissens, dass bei den geplanten Verkaufstagen in der Bunten SchokoWelt Berlin und dem SchokoShop in Waldenbuch die Menge der Einhorn-Tafeln und die extrem große Nachfrage wieder zu einem krassen Missverhältnis von Freude zu Frust führen würde.

Offen lässt das Unternehmen, ob es 2017 wegen dieser großen Nachfrage wieder "Einhorn"-Schokolade produzieren wird. Viele Kunden hatten auf Facebook gefordert, den Verkaufsschlager in das reguläre Sortiment aufzunehmen. Was laut Ritter Sport wegen spezieller Produktionsanforderungen nicht umsetzbar war. Außerdem sei die Sorte immer als "Limited Edition" geplant gewesen und die sollten "besondere Ereignisse für unsere Fans sein, die über eine 'normale' Sorte hinausgehen".

Zusätzlich zur Spende der Einhorn-Tafeln versteigert Ritter Sport online noch drei handgefertigte 500-Gramm-Jumbo-Tafeln. Der Erlös wird ebenfalls den Organisationen zugute kommen. 


Autor:

Frauke Schobelt, Ressortleiterin
Frauke Schobelt

ist Ressortleiterin im Online-Ressort und schreibt über alles Mögliche in den Kanälen Marketing und Agenturen. Sie hat ein Faible für Kampagnen, die „Kreation des Tages“ und die Nordsee. Und für den Kaffeeautomaten. Seit 2000 im Verlag W&V.