Das Bio-Argument zieht bei deutschen Naschkatzen dagegen weniger. "Wir hatten über einige Jahre eine Bio-Schokolade im Sortiment, doch die hat sich nicht gut verkauft", räumt Ronken ein. "Die Leute haben zum Teil nicht verstanden, was an Schokolade bio sein soll – und wir haben es auch nicht geschafft, ihnen das zu vermitteln."

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Seine neue Aufgabe sieht Ronken darin, "auf den bunten Werbeplakaten nachhaltiger zu wirken". Es gehe nicht allein um "quadratisch, praktisch und gut". Deswegen will er "über lustige Sprüche hinausgehen, sie mit einem tieferen Sinn füllen". Nach wie vor aktuell bleiben für ihn auch die Kernwerte Familie, Herkunft und Kultur. "Heute ist es umso wichtiger, solche Werte modern zu verkaufen."

Statt Marktforschung setzt Ritter Sport stark auf die Kommunikation via Social Media. Von der Idee, einzelne Sorten durch Marktforschung auszutesten, ist Ronken völlig abgekommen. Aktuell diskutiert die Community gerade über Papierverpackungen als Alternative.

Nicht jede Idee ein Einhorn

Besonders viel Aufmerksamkeit bekommen die Limited Editions, am bekanntesten sicher die Einhorn-Schokolade, die zu viel Aufmerksamkeit, aber auch einem überlasteten Server führte. Ein dreiköpfiges Team arbeitet an diesen Limited Editions. Außerdem sind Agenturen mit an Bord. Allerdings gibt es keine Gelinggarantie: "Wir lagen auch schon daneben. Etwa mit der HalliGalli-Schokolade, einer Tafel für die ehemalige Sendung von Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf." 

Aus geschäftlicher Sicht lohnen sich die außergewöhnlichen Tafeln jedoch nicht, so Ronken. "An keiner Limited Edition verdienen wir etwas – auch nicht an der Einhorn-Tafel. Dafür sind die Stückzahlen von um die 150.000 Tafeln viel zu gering. An einem Tag verlassen insgesamt drei Millionen Tafeln unser Werk."

Das vollständige Interview finden Sie hier in der Wirtschaftswoche. 



Annette Mattgey, Redakteurin
Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt".