Valentinstags-Kampagnen :
Romantikzwang sorgt für Unmut am Valentinstag

Ausgerechnet das Blumenbüro Holland macht es sich zunutze, dass die Deutschen den Valentinstag nicht mögen. Und: Wie Netflix den 14. Februar feiert.

Text: Susanne Herrmann

#❤️365: Das Blumenbüro dreht die Ablehnung des Valentinstags zu Gunsten der Floristen.
#❤️365: Das Blumenbüro dreht die Ablehnung des Valentinstags zu Gunsten der Floristen.

Eine Umfrage im Auftrag des Blumenbüros Holland belegt: Fast die Hälfte der Deutschen hat keine Lust auf den Valentinstag. Aus der für Floristen eigentlich nicht so guten Nachricht macht der Marketingverbund aber eine gute: Bedeutet das doch, dass eigentlich jeder Tag ein guter Tag für einen Strauß ist. Denn Romantikmuffel, so die Studie des Blumenbüros, sind die Deutschen keineswegs.

Nur der "Tag der Liebenden" am 14. Februar, an dem sich Menschen mit kleinen Gesten beweisen, was sie füreinander empfinden, der ist vielen hierzulande zu oberflächlich, ohne wirkliche Bedeutung oder wahre Emotionen.

"Valentinstag ist Mist"

Das Blumenbüro Holland hat die Deutschen zum Valentinstag befragt.

Das Blumenbüro Holland hat die Deutschen zum Valentinstag befragt.

Stattdessen setzt er, so wird es wahrgenommen, die Menschen unter Druck. 77 Prozent finden den Valentinstag zu kommerziell. 45 Prozent denken, sie müssten an diesem Tag besonders romantisch sein. Dieser Zwang schlägt dann schnell in Unmut um. 42 Prozent gaben an, den Valentinstag nicht zu mögen und ihn entsprechend unbeeindruckt verstreichen zu lassen. Bei den Singles ist die Verteilung sogar 50/50.

Und doch sind die Deutschen Romantiker: Nur spielt dabei eben das Datum keine Rolle. Zwei Drittel der Befragten finden, sie können auch an jedem anderen Tag Liebe geben. Fast 60 Prozent gaben sogar an, dass sie es viel romantischer finden, an jedem anderen Tag mit einer kleinen Aufmerksamkeit überrascht zu werden. Mehr als zwei Drittel haben sich eigentlich vorgenommen, viel öfter Blumen zu verschenken, als sie es tatsächlich tun.

Und das ist für den Blumenhandel dann doch wieder eine frohe Botschaft. Rote Rosen gelten bei einigen nach wie vor als Symbol für Liebe (29 Prozent) und Leidenschaft (25 Prozent) - und als romantisches Blumengeschenk, sagen 70 Prozent.

Die Umfragedaten münden in die aktuelle Kampagne des Blumenbüros Holland (Bilder oben): Die soll vermitteln, dass es völlig okay ist, den Valentinstag nicht zu mögen. Und natürlich auch, dass das Jahr somit 365 romantische Tage zu bieten hat. 

Wie Werbmaßnahmen im Handel führt das Blumenbüro mit ausgewählten Floristen in vier deutschen Großstädten durch. Rund um den Valentinstag werden in den Partnergeschäften Schilder und Informationsmaterial platziert: "Rosen sind an jedem Tag romantisch.", "Du hast das ganze Jahr, um 'Ich liebe Dich' zu sagen." oder "Nächste Woche ist Valentinstag. Kauf' ihr heute Rosen!".

Zur PoS-Kampagne gehört der Hashtag #❤️365, der die Kampagne ins Social Web verlängert.

Romantik im Stream

Derweil interpretiert der Streamingdienst Netflix Valentinstagsromantik naturgemäß dahingehend, dass es zu zweit auf dem Sofa am schönsten ist. Und empfiehlt Binge-Watching (Dauerglotzen) mit Filmen wie "When we first met", "50 erste Dates", "Pretty Woman", "Dirty Dancing" oder "Hitch - der Date-Doktor".

Und für den Fall, dass Singles und Cliquen der Sinn eher nach Action steht, gibt es natürlich auch ein Kontrastprogramm. Da liefe dann beispielsweise die Serien "End of the F***ing World", "Bates Motel" und "The Walking Dead" oder Filme wie "Eyes Wide Shut", "Das Spiel" und "Warm Bodies".

Dazu gibt's ein "Binge Kamasutra" mit Vorschlägen für die besten Stellungen beim Dauerschauen. Und erinnern in Online-Clips an das "erste Mal".


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.